Timur Vermes über „Mein Kampf“: Unser Krampf


Hitler-Szene in „Er ist wieder da“: Jetzt hört der Spaß auf. Bild: ConstantinFilm , lux-nijmegen.nl
Warum diese panische Angst vor dem Buch? Timur Vermes, Autor der Hitler-Groteske „Er ist wieder da“, plädiert für einen gelassenen Umgang mit „Mein Kampf“. Nirgendwo offenbart und entlarvt sich der Nationalsozialismus so klar wie hier.

Von Timur Vermes|SpON

Bei „Mein Kampf“ hört der Spaß auf. Nicht wegen des Buches selbst, sondern wegen der idiotischen Weise, in der dieses Land mit dem Text umgeht. Und schlimmer noch, weil eine Menge Menschen bei diesem Thema Hitler sogar zuarbeiten.

Und da rede ich nicht von der AfD oder Pegida, da rede ich von rechtschaffenen Wissenschaftlern, israelfreundlichen CSU-Politikern, organisierten Juden, von Menschen also, die samt und sonders das Gegenteil wollen. Und die drauf und dran sind, die Chance, die in der Gemeinfreiheit von „Mein Kampf“ liegt, mit Begeisterung in die Tonne zu treten. An dieser Situation hätte nur einer seine helle Freude: Hitler selbst.

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