Der Weg in die Freiheit: Aus einer polygamen Mormonen-Sekte entkommene Frauen


Bild: Molly Oswaks
Die Nachbarstädte Colorado City in Arizona und Hildale in Utah—eine Grenzsiedlung, die früher als Short Creek bekannt war und in der die Fundamentalist Church of Jesus Christ of Latter-Day Saints (FLDS) zu Hause ist—sind Orte, an denen unfassbare Schönheit und unaussprechlicher Schmerz Seite an Seite existieren.

Von Molly Oswaks|VICE.com

1913 von mormonischen Fundamentalisten gegründet, die sich von der traditionellen Kirche der Heiligen der Letzten Tage abgespalten hatten, um ihren Grundsatz der Mehrfachehe auszuleben, lebt diese Gemeinde geografisch isoliert durch die Vermillion Cliffs und das Colorado Plateau. Wer durch das Gebiet fährt, fühlt sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Hier tragen Frauen knöchellange, langärmelige Prärie-Kleider und kein Makeup. Weil es zu dem Glauben der Gemeinde gehört, dass die Frauen im Himmel ihren Ehemännern die Füße mit ihrem Haar waschen werden, tragen sie es lang und aufwändig geflochten. Die Männer sollen angeblich ihre Chancen steigern, im Himmel zu Göttern zu werden, wenn sie mehrere Ehefrauen haben. Je mehr, desto besser. Doch dieser Brauch ist für Viele in der Gemeinde eine lebenslange Qual.

Zwar hat die mormonische Kirche offiziell die Fundamentalisten verstoßen, doch die FLDS kann ihre Geschichte bis hin zu dem Gründer-Propheten Joseph Smith zurückverfolgen. John Y. Barlow (dessen Namen noch heute viele seiner Nachfahren tragen) war bis zu seinem Tod 1949 das erste Oberhaupt der FLDS. In seine Fußstapfen folgte eine Reihe Männer, bis „Uncle Rulon“ Jeffs 2002 starb und von seinem berüchtigten Sohn Warren als Prophet abgelöst wurde.

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