Pfarrer bei der Bundespolizei: „Es fehlt der Freiraum für die Seele“


BundespolizeiDie Bundespolizei erlebt gerade eine schwere Zeit. Zu den normalen Diensten kommen Terrorwarnungen, Übergriffe wie in Köln und die Aufgaben an den Grenzen im Süden dazu, wo weiterhin täglich Migranten und Flüchtlinge ankommen. Pfarrer Ingo Zwinkau hilft den Beamtinnen und Beamten mit den Belastungen fertig zu werden: Er ist Seelsorger bei der Bundespolizei in Bayern.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

Wie funktioniert die Seelsorge bei der Bundespolizei: Gehen Sie zu den Polizistinnen und Polizisten an die Einsatzorte oder kommen sie zu Ihnen ins Büro?

Ingo Zwinkau: Wir sind in besonderen Einsatzlagen wie jetzt viel mit den Beamten draußen unterwegs. Im Normalfall geschieht aber beides. Die Bundespolizisten lernen uns ja bereits in ihrer Ausbildung im berufsethischen Unterricht kennen. Wenn sie also später im Beruf mal ein Problem haben, wenden sie sich an die Seelsorger, die sie schon persönlich kennen. Aber viele Beamte wenden sich auch einfach an die Institution Seelsorge, weil die einen guten Ruf hat.

Mit welchen Problemen kommen die Beamtinnen und Beamten zu Ihnen?

Zwinkau: Das geht von dienstlichen Problemen über Erlebnisse aus dem konkreten Polizeidienst bis hin zu familiären oder sozialen Schwierigkeiten. Manche erhoffen sich Unterstützung bei Versetzungswünschen. Wir sind natürlich auch vernetzt mit den anderen Diensten wie zum Beispiel mit dem polizeiärztlichen Dienst, dem psychologischen Dienst und der Sucht- und Sozialberatung – das gibt es ganz viele Partner, mit denen wir zusammenarbeiten.

weiterlesen