Juden und Christen: Kreuzzug oder Versöhnung?


Papst Franziskus in Rom bei einer Audienz, im Hintergrund eine Flagge Israels. (dpa / picture alliance / Fabio Frustaci )
Die Beziehungen zum Christentum stünden für die meisten Israelis nicht im Mittelpunkt ihrer Wahrnehmung, sagte Gil Yaron, Israel-Korrespondent der Tageszeitung „Die Welt“, im DLF. Immer deutlicher bildeten sich zwei Lager heraus: Die säkularen Israelis hätten ein eher entspanntes Verhältnis zum Christentum, die Religiösen ein sehr gespanntes.

Gil Yaron im Gespräch mit Monika Dittrich|Deutschlandfunk

Monika Dittrich: Welcher der beiden Männer ist eher prototypisch für die israelische Wirklichkeit: ein Versöhner wir David Rosen oder ein Extremist wie Benzi Gopstein?

Gil Yaron: Ich würde sagen, weder noch. Die Beziehungen zum Christentum stehen nicht im Mittelpunkt auf Seiten der meisten Israelis. Ich glaube, die machen sich viel mehr Gedanken über die Beziehung zu muslimischen Bürgern. Aber wenn es schon um das Verhältnis zum Christentum geht, ich glaube: Die Wahrheit ist irgendwo in der Mitte. Also nicht das Aufeinander-Zugehen mit offenen Armen – ich glaube da  haben die meisten Juden, die in Israel leben, eher ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Christentum per se und der katholischen Kirche besonders. Aber das ist sehr weit entfernt von der Feindseligkeit, die von Gopstein zum Ausdruck gebracht wird. Zumal sich auch hier im Land sehr viel ändert. Wir haben eine Entwicklung, die an den Rändern stattfindet. Auf der einen Seite ein großer Teil von Israelis, die immer säkularer werden, auf der anderen Seite ein wachsender Teil der Bevölkerung, der sehr religiös ist. Bei den Säkularen sehen Sie ein entspanntes Verhältnis zum Christentum, bei den religiösen eher ein gespanntes, und  es geht auseinander. Das heißt, man kann immer weniger von den Israelis sprechen, sondern muss von den einzelnen Lagern im Land sprechen.

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