Niederlande: Migrantin an der Spitze des Parlaments


foto: apa/afp/abdelhak senna
Khadija Arib will der Quälgeist der niederländischen Regierung sein

Von Kerstin Schweighöfer|derStandard.at

Es hatte etwas von einer Fernsehspielshow. „Holland sucht den Parlamentschef“, wurde hinter den Kulissen gewitzelt. Vier Wahlgänge waren nötig, erst dann stand fest: Die neue Vorsitzende des niederländischen Abgeordnetenhauses trägt einen marokkanischen Namen: Khadija Arib, 55 Jahre alt, Tochter eines Gastarbeiters aus Hedami bei Casablanca. Markenzeichen: knallroter Lippenstift, dunkle Locken.

Arib kam als 15-Jährige nach Amsterdam und hat sowohl einen niederländischen als auch einen marokkanischen Pass. Die geschiedene dreifache Mutter – sie hat eine 32-jährige Tochter und 30 Jahre alte Zwillingssöhne – gilt als Musterbeispiel einer emanzipierten Immigrantin. Nach ihrem Soziologiestudium spezialisierte sie sich auf die Rechte von Frauen und Kindern. Dass die Niederlande einen Kinderombudsmann bekamen, ist vor allem ihrem Einsatz zu verdanken. 1982 gründete sie die marokkanische Frauenvereinigung der Niederlande. Seit 1998 sitzt sie für die Sozialdemokraten im Parlament in Den Haag.

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