Das Ich als wechselnde, aufwendige Inszenierung


Foto: Getty Images/Blend Images Gruppenbild dank Selfie-Stange. Ein Fotograf wird von den jungen Frauen nicht mehr benötigt
Wir leben in einer disruptiven Medienwelt. Technische Neuerungen krempeln uns selbst, unseren Alltag und unsere Meinungsbildung um. Worauf wir achten sollten, um im digitalen Zeitalter aufzublühen.

Von Anke-Sophie Meyer|DIE WELT

Ein junges Paar am Strand setzt sich in Positur. Es dauert einige Zeit, bis der Mann den klobigen Selfie-Stick in die bestmögliche Position gebracht hat. Sonne, Strand, blauer Himmel und zwei lachende Gesichter sollen fotografiert und mit weiteren Meldungen vom Glück an Freunde gepostet werden. Hochhäuser, Müll und die in der Hauptsaison eng aneinanderstehenden Liegen kommen nicht mit auf das Bild.

Dies ist eine bescheidene Variante der Selbstinszenierung in sozialen Netzwerken. Selfies beim Extremsport, bei der Liebe, im Kreißsaal und selbst beim Sterben finden sich im Internet.

Technische Innovationen haben unseren Alltag und unser Selbst umgekrempelt. Wir sind permanent vernetzt mit Menschen, die uns beruflich und privat wichtig sind. „Das verschiebt die Grenzen des Selbst. Der Mensch von heute denkt, fühlt, erlebt und handelt in der Erwartung permanenter Kommunikationschancen.

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