Glyphosat


Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Um das Herbizid Glyphosat tobt zwischen Wissenschaftlern ein heftiger Streit. Vielleicht erklärt irgendjemand den verunsicherten Konsumenten einmal, was wirklich Sache ist.

Von Martin Kugler|Die Presse

Wenn Wissenschaftler unterschiedlicher Meinung sind, können schon einmal die Fetzen fliegen. So wie zur Zeit bei einem Streit zwischen der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und einer Gruppe von knapp 100 Forschern, die den Schlüssen der EFSA kritisch gegenüberstehen. Dabei geht es um die Beurteilung, ob das meistverkaufte Herbizid Glyphosat („Roundup“) krebserregend ist. Umweltschützer machen die Substanz seit geraumer Zeit für Umweltschäden und Krebsfälle verantwortlich.

Im November 2015 kam die EFSA zu dem Ergebnis, dass Glyphosat „wahrscheinlich nicht genotoxisch (d. h. DNA-schädigend) ist oder eine krebserregende Bedrohung für den Menschen darstellt“. Das stieß nicht nur bei Umweltgruppen auf Unverständnis, sondern auch in Teilen der Wissenschafts-Community – hatte doch nur wenige Monate zuvor die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft (so wie auch Fleisch, Schichtarbeit oder Handys). Eine Forschergruppe um Christopher Portier verfasste deshalb einen offenen Brief, in dem der EFSA-Bericht in teils drastischen Worten als mangelhaft kritisiert wurde. Diese Woche hat die EFSA darauf geantwortet und in ähnlich deutlicher Sprache alle Kritikpunkte als unzutreffend zurückgewiesen.

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