Sonnensystem: Geboren aus einer gigantischen Supernova?


Scale model of solar prominence, Jupiter, and Earth. Image: NASA Goddard Flight Center
Scale model of solar prominence, Jupiter, and Earth. Image: NASA Goddard Flight Center
Damit das Sonnensystem geboren werden konnte, musste anscheinend ein Riesenstern in einer gigantischen Supernova verenden

Von Matthias Matting|TELEPOLIS

4,5682 Milliarden Jahre – so alt sind die bisher ältesten Spuren, die man in außerirdischem Material gefunden hat. Und so alt muss denn auch das Sonnensystem mindestens sein. Obwohl es demnach ganz gewiss keine lebenden Zeitzeugen mehr gibt, gelingt es den Forschern, erstaunlich viele Details über die Frühgeschichte des Sonnensystems herauszufinden. Dabei können sie sich im wesentlichen auf drei Quellen stützen, die sich ergänzen:

  1. Die heutigen Eigenschaften des Sonnensystems: Diese Tatsachen fielen schon den ersten Betrachtern des Himmels auf. Die Planeten bewegen sich zum Beispiel alle in derselben Richtung um die Sonne, und zwar ungefähr in der gleichen Bahnebene – das Sonnensystem bildet also eine Scheibe. Obwohl die Sonne den Großteil der Masse in sich vereint, steckt der meiste Drehimpuls in den Planeten. Die inneren Planeten sind terrestrisch, die äußeren Gasriesen.
    All diese Fakten (und noch einige mehr) sprechen dafür, dass das Sonnensystem aus einer rotierenden Gaswolke entstand. Aus einem bestimmten Grund (dazu später) begann diese Wolke irgendwann, sich unter der eigenen Anziehung in sich selbst zusammenzuziehen. 99 Prozent der Masse bildeten das Zentrum, die Sonne, während aus dem restlichen Prozent die Planeten und alle anderen Körper im Sonnensystem entstanden.
  2. Noch heute existierende Himmelsobjekte, die ähnliche Bedingungen aufweisen wie die molekulare Wolke, in der die Sonne entstand: Der Orion-Nebel, auch mit bloßem Auge als Teil des Schwertes des Orion sichtbar, ist hier das prominenteste Beispiel. Es handelt sich um ein etwa 30 Lichtjahre durchmessendes Sternentstehungsgebiet, in dem sich ein erst eine Million Jahre alter Sternhaufen befindet. Der Nebel, aus dem sich unter anderem die Sonne formte, war mit 65 Lichtjahren Durchmesser vermutlich noch deutlich größer.Im Orionnebel hat das Hubble-Weltraumteleskop protoplanetare Scheiben identifiziert, die einige Hundert Astronomische Einheiten groß und dabei vergleichsweise kühl sind – wie man sich das junge Sonnensystem vor Zündung der Kernfusion vorstellt. Die Sonne selbst war in diesem Stadium noch ein so genannter T-Tauri-Stern: ein Gebilde, das die bei der gravitationellen Kontraktion freiwerdende Energie abstrahlt.

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