Michael Wolffsohn: „Vormodernes Frauenbild des Islam“


Michael Wolffsohn. Bild. Frankfurter Neue Presse

Von DIETER HINTERMEIER|Frankfurter Neue Presse

Herr Professor Wolffsohn, wie beurteilen Sie die Vorfälle von Köln?

MICHAEL WOLFFSOHN: Wie jedermann, der die Würde des Menschen – Artikel 1 Grundgesetz – ernst nimmt. Köln ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Eisberg heißt Völkerwanderung. Jede hat in der Menschheitsgeschichte alles verändert.

Hat der Staat in Köln versagt?

WOLFFSOHN: Die alte und neue Bundesrepublik ist ein Staat, der die weichen Werte seit jeher pflegt. Das ist die wunderbar menschliche Seite unserer Gesellschaft und unseres Staates. Alles hat immer zwei Seiten: Unmenschliche Menschen nutzen die Menschlichkeit anderer Menschen oft aus. Die Aufgabe des Staates ist es, Härte anwenden zu können, wenn es denn sein muss. Daran hapert es seit Jahrzehnten, nicht erst seit Köln.

Von verschiedenen Politikern wurde die „sexualisierte Gewalt von Männern“ für die Kölner Exzesse verantwortlich gemacht. Ein erster Reflex war auch, nicht alle Flüchtlinge unter „Generalverdacht“ zu stellen. Was halten sie von dieser Rhetorik?

WOLFFSOHN: Ich halte nie etwas von Schwarz-Weiß-Denken, also Rhetorik. Ruhige Analysen sind nötig. Erst die Diagnose, dann die Therapie. Erst denken, dann reden. Solche Exzesse gab es in Deutschland jedenfalls bislang nicht, Punkt.

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