Grüne: Islamverbände sind keine Religionsgemeinschaft


Ist Ditib eine Religionsgemeinschaft, weil sie Religionsunterricht erteilen? (dpa / Oliver Berg)
Voraussichtlich Anfang Februar wollen die Grünen ein neues religionspolitisches Konzept vorlegen. Dabei geht es unter anderem um eine Neuausrichtung gegenüber den Islamverbänden. Mittlerweile warnen führende Grünen-Politiker davor, den Islamverbänden zu viel Einfluss einzuräumen.

Von Michael Hollenbach|Deutschlandfunk

Die Hauptkritik von Grünen wie Volker Beck richtet sich gegen die vier großen Islamverbände: Ditib, Islamrat, der Zentralrat der Muslime und der Verband der islamischen Kulturzentren seien keine Religionsgemeinschaften.

„Die müssen dann bekenntnismäßig organsiert sein und können sich nicht danach orientieren, aus welchem Land kamen die Eltern und Großeltern und womöglich welche Interessen von Funktionen gilt es zu berücksichtigen. Das sind religionsfremde Kriterien.“

Auch Bettina Jarasch, Leiterin der grünen Religionskommission, sieht die Islamverbände vor allem als politische Interessenorganisationen. Jarasch kritisiert indirekt eigene Parteifreunde, denen es um eine Integration um jeden Preis gehe.

„Es gibt in diesen Diskussionen, wo es um die Integration des Islam geht, oft eine gewollte Blindheit. Wir wollen den Islam integrieren, und deshalb suchen wir Kooperationspartner, schauen aber nicht mehr hin, wer diese Kooperationspartner sind und ob die sich als Religionsgemeinschaft qualifizieren.“

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