Pegida-Aktivistin Festerling: Radikaler geht’s nicht


© Reuters Pegida-Aktivisten Lutz Bachmann und Tatjana Festerling auf einer Kundgebung im April 2015
Mit ihren ständigen Attacken gegen Asylbewerber, „Lügenpresse“ und „Volksverräter“ verliert Pegida-Rednerin Tatjana Festerling jedes Maß. Das hat nicht nur ideologische Gründe. Warum ist das so?

Von Stefan Locke, Justus Bender|Frankfurter Allgemeine

Der Montagabend vergangene Woche verlief ganz nach dem Geschmack von Tatjana Festerling. Sie war Hauptrednerin beim sogenannten Jubiläum des Pegida-Ablegers Legida in Leipzig und stand im Nieselregen auf der Bühne zwischen zwei großen „Rapefugees Not Welcome“-Postern. Die Zuschauer jubelten. Es fehle nicht mehr viel, „bis aus der Kölner Domplatte eine Schlachtplatte“ werde, rief Festerling und kritisierte die ihrer Meinung nach völlig verweichlichten Deutschen: „Wenn die Mehrheit der Bürger noch klar bei Verstand wäre, dann würden sie zu Mistgabeln greifen und diese volksverratenden, volksverhetzenden Eliten aus den Parlamenten, aus den Gerichten, aus den Kirchen und aus den Pressehäusern prügeln.“

Die Rede, in der sie Asylbewerber auch als „afroarabische Sexterroristen“ bezeichnete, brachte ihr mehrere Anzeigen, darunter des Deutschen Journalistenverbandes, wegen Volksverhetzung ein. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt. Auch in Dresden ermitteln die Strafverfolger seit längerem gegen sie wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Verleumdung sowie des Aufrufs zu Straftaten. Seit Festerling vor einem Jahr erstmals bei einer Pegida-Kundgebung auftrat, ist sie zu einer Art verbalem Maschinengewehr der Bewegung avanciert.

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