KZ Ravensbrück: Prügeln, quälen, mit dem Hund kuscheln


Außenansicht des ehemaligen Lagertors, heute Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (2005). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0
Ins Ravensbrücker Konzentrationslager sperrten die Nazis ausschließlich Frauen. Aufseherinnen quälten und ermordeten Gefangene wie die junge Jüdin Olga Benario. Als sie versuchte, einer Mitgefangenen zu helfen, wurde sie brutal bestraft.

Von Jasmin Lörchner|EINESTAGES/SpON

Im zwei mal zwei Meter großen Holzverschlag war es heiß, stickig und finster. Olga Benario kauerte auf einer Strohmatratze und bekam nichts außer einer Scheibe Brot und einem Becher Ersatzkaffee pro Tag. Musste sie auf die Toilette, tastete sie sich an der Wand entlang zu einem Eimer.

Olga konnte vor ihrer Zelle Dorothea Binz hören, die junge Aufseherin über den Strafblock und die Isolationszellen. Zum Dienst erschien sie stets mit perfekt geföhntem Blondhaar und akkurater Kleidung, begleitet von ihrem Hund. Mehr als ihn liebte Binz nur eines: prügeln und quälen. Die Gefangenen nannten sie „die schöne Bestie“.

Die Wege von Benario und Binz kreuzten sich im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück, das die Nazis im Mai 1939 im Norden von Brandenburg eröffneten. Bis zur Befreiung 1945 waren dort mehr als 130.000 Widerständlerinnen, Kommunistinnen, Jüdinnen, Zeuginnen Jehovas, Prostituierte, Sinti und Roma inhaftiert. Die Frauen mussten Zwangsarbeit leisten, wurden geprügelt, gefoltert und Experimenten ausgesetzt. Wer nicht an Hunger und Entkräftung starb, wurde erschossen, vergiftet oder vergast.

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