Wo jüdischer Terror geboren wird


© Bild: picture alliance / dpa
Liebevoll streicht Aharon Katzof über die silbrigen Blätter eines Ölbaums. „Er symbolisiert Frieden“, sagt der 31-jährige Siedlersprecher lächelnd. Doch der Baum wächst in einer Umgebung, die alles andere ist als friedlich. Er steht inmitten von Esch Kodesch, einem israelischen Siedlungsaußenposten mit 40 Familien und rund 150 Kindern im nördlichen Westjordanland.

Von Sara Lemel|katholisch.de

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die palästinensische Ortschaft Duma. Bei einem Brandanschlag radikaler jüdischer Siedler auf die Dawabscheh-Familie kam dort vor einem halben Jahr ein 18 Monate alter Palästinenserjunge zu Tode. Seine Eltern starben später an ihren schweren Verletzungen. Überlebt hat nur ein vierjähriger Bruder – der allerdings das Krankenhaus bis heute nicht verlassen hat. Der 21-jährige jüdische Hauptverdächtige, der jetzt gemeinsam mit einem Minderjährigen wegen Mordes vor Gericht steht, hat in einem anderen Außenposten ganz in der Nähe von Esch Kodesch gelebt. Amiram Ben Uliel, Sohn eines Rabbiners, gehört zu der sogenannten jüdischen „Hügeljugend“, die für zahlreiche Anschläge auf Palästinenser und deren Besitz, aber auch auf christliche Einrichtungen verantwortlich gemacht wird.

Laut Anklageschrift sind sie Mitglieder einer jüdischen Terrororganisation, die mit tödlichen Anschlägen den Nahost-Konflikt anheizen und Angst unter der nicht-jüdischen Bevölkerung säen wollte. Der Duma-Anschlag war auch Rache für den Mord an Malachi Rosenfeld im Vormonat. Der junge Mann war am 29. Juni mit drei Freunden auf dem Rückweg von einem Basketballspiel, als palästinensische Angreifer nördlich von Jerusalem das Feuer auf ihr Fahrzeug eröffneten.

weiterlesen