„Bitte nicht lachen, das ist ein Gottesdienst“


Steffen Schulz gestaltet als Kirchenclown Leo eine „bewegte“ Predigt zum Thema Taufe in der evangelischen Frauenkirche Dresden. Foto: epd-bild / Carola Fritzsche
Im Mittelalter noch war in Klöstern das Lachen verboten. Dass Humor und Glaube zusammen gehören, will Kirchenclown Steffen Schulz in einem Buch beweisen. Und Theologe Martin Dober urteilt: Humor hilft, die Menschlichkeit in der Religion zu bewahren.

Von Lothar Simmank|evangelisch.de

„Im Erzgebirge hat sich kürzlich ein Bergmann bekehrt – der arbeitet jetzt im Christstollen“. Wenn Arno Backhaus diesen Kalauer in einer Predigt erzählt, sagt er gleich hinterher: „Bitte nicht lachen, das ist ein Gottesdienst.“ Manche Zuhörer, so beobachtet der selbst ernannte „Missio-Narr“ und freikirchliche Prediger aus Calden bei Kassel, zucken dann peinlich berührt zusammen oder sind zumindest verunsichert, ob er das wohl ernst gemeint haben könnte.

Was der Witz auf der Kanzel verloren hat? Befreiendes Lachen, so Backhaus‘ Credo, wäscht den Staub von der Seele. Nichts Besseres könne durch eine Predigt geschehen. Geschichten wie diese, die Humor und Kirche als natürliche Partner zusammenbringen, finden sich in dem vor wenigen Wochen erschienenen Buch „Gott hat gut lachen“. 153 Autoren – vom Erzbischof bis zur Schülerin, vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bis zur Zahntechnikerin – erzählen vom humorvollen Leben im christlichen Glauben.

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