„Sie wollen mir einen Hass-Kommentar schicken?“


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Sie werden beschimpft, beleidigt und bedroht: Politiker bekommen auf Facebook immer mehr Hasskommentare. Sie gehen damit unterschiedlich um: Manche reagieren mit Ironie, andere schimpfen zurück. Ein Patentrezept gebe es nicht, sagen Experten.

Von Matthias Klein|evangelisch.de

Renate Künast setzte einfach mal auf Ironie. „Sie wollen mir einen Hass-Kommentar schicken? Sich mal so richtig auskotzen?“, schrieb sie Mitte Januar auf ihrer Facebook-Seite. „Dann gebe ich Ihnen hier ein paar Hinweise, die Ihnen das Schreiben und mir das Lesen erleichtern.“ Zu verschiedenen Aspekten sammelte die Grünen-Bundestagsabgeordnete in ihrem „Hass-Tool“ Tipps. „Sparen Sie nicht an Ausrufezeichen“, riet sie zum Beispiel augenzwinkernd. Und zum Inhalt: „Hauen Sie einen raus. Seien Sie kreativ.“

Sie habe viel Freude an der Aktion gehabt, sagt Künast im Rückblick. Sie habe viele positive Rückmeldungen auf ihr „Hass-Tool“ bekommen. „Es hat sich gelohnt, das verbale Florett zu nutzen.“ Auf das Niveau der Menschen, die ihr Hasskommentare senden, wolle sie sich nicht begeben: „In der Kneipe werden Sie rausgeschmissen, wenn Sie solche Beleidigungen äußern. Ich halte mich an diese analogen Kriterien.“

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