Alle haben ein Recht, von Charlie beleidigt zu werden


 Das aktuelle Cover der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. (Foto: Charlie Hebdo/AFP)
Das aktuelle Cover der Satirezeitschrift Charlie Hebdo. (Foto: Charlie Hebdo/AFP)

Muslimische Extremisten werden nicht durch Karikaturen provoziert, es ist der Hass auf die freie Gesellschaft, der sie zu ihren Taten treibt.

Von Jérôme Segal|derStandard.at

Das letzte Buch des Autorenduos Nina Scholz und Heiko Heinisch ist kurz und prägnant. Das Thema bleibt auch leider sehr aktuell: Der Kern des Werks ist eine Verteidigung und Illustration der Meinungsfreiheit am Beispiel der Islamkritik. Es sollte heute einfach möglich sein, Religionen zu kritisieren, sogar darüber zu lachen und zu spotten – auch wenn es dabei um den Islam geht – ohne sein Leben zu riskieren.

Leider trifft eine solche Haltung gegenwärtig auf eine mehrheitliche Ablehnung, und der Verleger ist daher sogar mutig, dieses Buch zu drucken. Auf der rechten Seite des politischen Spektrums gilt unausgesprochen eine bedingungslose Solidarität unter Religionen. Wenn man Aspekte des Islams kritisieren dürfte, könnte man auch den österreichischen Blasphemie-Paragrafen infrage stellen, was die Autoren auch tun, und das ist eben für viele konservative Politiker ein Dorn im Auge. Auf der linken Seite sind die Muslime die neuen Proletarier geworden.

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