New Atheism: Die Popstars der Gottlosen hoffen auf ein Comeback


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Die Zahl der Amerikaner, die sich keiner Religion zugehörig fühlen, steigt. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Pew. Solche Zahlen passen – scheinbar – perfekt zum Jubiläum der Neuen Atheisten. Diese Gruppe von Intellektuellen macht seit zehn Jahren mit ihrer wortgewaltigen Kritik an Glauben und Religion Furore. 2006 erschien „Der Gotteswahn“ (The God Delusion ) von Richard Dawkins, das in Deutschland bekannteste Buch des New Atheism. Die Intellektuellen melden sich wieder verstärkt zu Wort.

Von Katja Ridderbusch|Deutschlandfunk

„Faith is believing without evidence. Believing because I want to believe. That’s not a respect-worthy reason to believing.“

Religion sei Glauben ohne Beweise, sagt der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, und das sei für ihn kein respektabler Grund. Dawkins gehört – neben dem Neurowissenschaftler Sam Harris, dem Journalisten Christopher Hitchens und dem Philosophen Daniel Dennett – zu den vier Frontmännern des „Neuen Atheismus“, einer Bewegung, die sich vor 10 Jahren in den USA formte. Ihre Bücher stürmten damals die Bestsellerlisten, mit Titeln wie „Das Ende des Glaubens“, „Der Herr ist kein Hirte“ oder „Der Gotteswahn“. Letzteres war auch in Deutschland ein Bestseller.

Jetzt hoffen die Popstars des Neuen Atheismus auf ein Comeback. Denn: Die Zahl der Amerikaner ohne Religionszugehörigkeit wächst. Harvey Cox ist Religionswissenschaftler an der Harvard-Universität und Autor des Buches „Die Zukunft des Glaubens“. Er begrüßt kontroverse Debatten über Religion. Was aber wirklich neu sein soll an den Argumenten der Neo-Atheisten, kann er nicht recht erkennen.

„Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen institutionalisierte Religion und ihre Verbrechen über die Jahrhunderte – von der Inquisition über die Kreuzzüge bis zum islamischen Terrorismus.“

Der Neue Atheismus macht zwar auch in Europa von sich reden, aber in den USA fanden – und finden – dessen Protagonisten ein besonders dankbares Feindbild: Die christlichen Fundamentalisten, die konservativen Evangelikalen. Sie ziehen gegen Darwins Evolutionstheorie zu Felde und beharren darauf, die biblische Schöpfungsgeschichte als naturwissenschaftliche Erkenntnis in den Schulbüchern zu verankern. Mit Macht drängen sie auch in die Politik. Es sind Leute wie der Neurochirurg Ben Carson, Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

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