«Schmerzliche Hinterlassenschaft»


epd-bild / Collection of the Yad Vashem Art Museum, Jerusalem. Das Bild „Der Flüchtling“ von Felix Nussbaum ist im Deutschen Historischen Museum in Berlin zu sehen.
In Berlin sind erstmals in Deutschland 100 Kunstwerke aus der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem zu sehen. Die Ausstellung «Kunst aus dem Holocaust» zeigt Bilder von Insassen der Konzentrationslager und Ghettos, die heimlich entstanden.

Von Nadine Emmerich|evangelisch.de

Der Tod ist in den Arbeiten aller Künstler gegenwärtig: Es sind Zeichnungen der Evakuierung jüdischer Häuser und der Transporte ins Konzentrationslager, Bilder von Misshandlungen, Folter und der Hinrichtung am Galgen. Grau und Schwarz dominieren, Tristesse und Verzweiflung sind spürbar. Der Kurator der Ausstellung „Kunst aus dem Holocaust“, die am Montagabend von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin eröffnet werden sollte, Walter Smerling, nennt die 100 Werke aus der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, die erstmals in Deutschland gezeigt werden, „eine schmerzliche Hinterlassenschaft“.

Flucht in Kunst und Fantasie

Die überwiegend grafischen Blätter aus den Jahren 1939-45, die bis zum 3. April im Deutschen Historischen Museum zu sehen sind, stammen von Häftlingen aus Konzentrationslagern, Arbeitslagern und Ghettos. Sie entstanden heimlich und unter Lebensgefahr und wurden von den Künstlern versteckt. Hinter den Werken „verbergen sich Schicksale“, sagte der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum, Alexander Koch, am Montag. Die meist mit Tusche, Kohle oder Wasserfarben entstandenen Arbeiten auf Papier dokumentieren die Grausamkeiten, die die Insassen zu ertragen hatten, und zeigen zugleich ihre Flucht in Kunst und Fantasie. Die Ausstellung stelle dar, „wie Menschen versuchen, als Menschen zu überleben“, betonte der Vorsitzende von Yad Vashem, Avner Shalev.

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