Australische Astrobiologen postulieren ausgestorbene „Aliens“


Das CSIRO Parkes Radioteleskop sucht bislang vergeblich nach außerirdischem Leben. Foto: ANU
Aditya Chopra und Charles Lineweaver glauben, dass Leben nur ein schmales Zeitfenster zur Verfügung hat, um die Umwelt für ein dauerndes Überleben zu verändern

Von Peter Mühlbauer|TELEPOLIS

Die an der Australian National University (ANU) forschenden Astrobiologen Aditya Chopra und Charles Lineweaver haben in der Fachzeitschrift Astrobiology einen Aufsatz mit dem Titel The Case for a Gaian Bottleneck – The Biology of Habitability veröffentlicht, in dem sie postulieren, dass Leben auf fremden Planeten zwar relativ einfach entsteht, aber nur ein (relativ betrachtet) „kurzes“ Zeitfenster von einer Milliarde Jahren zur Verfügung hat, um seine Umwelt so zu verändern, dass es sich dauerhaft etablieren kann und nicht wieder ausstirbt.

Als Beispiele dafür nehmen sie die Planeten Mars und Venus – dort könnte es vor rund vier Milliarden Jahren theoretisch einmal Leben gegeben haben. Aber innerhalb einer Milliarde Jahre verwandelte sich die Venus (obwohl sie der Sonne nicht am nächsten ist) in den heißesten Planeten des Sonnensystems, auf dem die durchschnittliche Temperatur mit 465 Grad Celsius fast drei Mal so hoch ist wie auf dem Merkur. Das lag den beiden Astrobiologen nach daran, dass Klimatrends sich ohne Eingriff selbst verstärken: Durch die Erwärmung entwischen Klimagase wie Kohlendioxid und Schwefelsäure aus dem Boden und sorgten dafür, dass es noch wärmer wurde.

Der Mars fror dagegen ein, weil durch die Abkühlung Eis entstand, das das Sonnenlicht reflektierte und den Planeten so noch kälter machte. Ob es davor tatsächlich einmal Mikroorganismen dort gab, könnte in zwei Jahren die ExoMars-Mission der ESA herausfinden, die mit einem zwei Meter langen Bohrer und einer Panoramakamera ausgestattet wird, um Gestein zu suchen, das durch solche Organismen verändert wurde.

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