Averroës: Vordenker einer islamischen Aufklärung


Averroës-Statue, Córdoba (Spanien) Bild. wikimedia.org/PD

Der arabische Philosoph und Islam-Gelehrte Ibn Ruschd oder Averroës gilt als einer der einflussreichsten Denker des Mittelalters. Er war davon überzeugt, dass sich der Koran mit den Instrumenten der Logik auslegen lässt. Deshalb gilt er auch bei arabischen Gelehrten als Vordenker einer islamischen Aufklärung. Susanne Fritz im Gespräch mit Professor Andreas Speer – Leiter eines internationalen Forschungsprojekts zu Averroës.

Andreas Speer im Gespräch mit Susanne Fritz|Deutschlandfunk

Susanne Fritz: Wir haben es mit einem wichtigen Vordenker einer islamischen Aufklärung zu tun. So viel ist sicher. Aber was wissen wir über das Leben von Averroës?

Andreas Speer: Ja, wir wissen im Grunde genommen erstaunlich wenig für einen so prominenten Mann. Also wir wissen, dass er 1126 in Cordoba geboren worden ist, einer Richterfamilie entstammt, auch selber Richter war, zunächst in Sevilla und dann schließlich Oberrichter in Cordoba, dass er 1171 dieses Amt antrat und dort auch dem Kalifen Abu Yaqub Yusuf(1168/1169) vorgestellt wurde, an dessen Hof er auch tätig war, zum Teil auch als Hofarzt. Wir wissen dann, dass drei Jahre vor seinem Tod seine Bücher verbrannt worden sind und er selber verbannt worden ist nach Lucena, also er in Ungnade fiel und dann kurz vor seinem Tod 1198 rehabilitiert wurde und dass er dann an den Hof des Fürsten zurückkehrte nach Marrakesch und wo er auch starb. Das sind relativ beschränkte Daten, die allerdings auf eine politisch durchaus bewegte Zeit hinweisen. So in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts vor allen Dingen, die eben unter mannigfachen Spannungen stand, einerseits politische Spannungen und dann auch damit verbunden Diskussionen und Streitigkeiten um die Stellung des Islam in der Gesellschaft.

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