Friedrich-Naumann-Stiftung zieht Büroleiterin aus Marokko ab


Marokkos König Mohammed VI. (l. neben seinem Sohn und seinem Bruder) gilt als Reformer. Die Presse- und Meinungsfreiheit hat in Marokko aber Grenzen.Foto: picture alliance / dpa
Deutschlands parteinahe Stiftungen wollen weltweit Demokratie fördern. Doch das Misstrauen der Gastländer wächst. Das bekommt nicht nur die Friedrich-Naumann-Stiftung zu spüren.

Von Ulrike Scheffer|DER TAGESSPIEGEL

Die Verleihung des „Raif Badawi Awards für mutige Journalisten“ an einen marokkanischen Publizisten hat für die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung schwer wiegende Konsequenzen. Nach Kritik der marokkanischen Regierung sah sich die Stiftung gezwungen, ihre Projektleiterin für Marokko mit Sitz in Rabat nach Deutschland zurückzubeordern. „Damit wollten wir einer angekündigten Ausweisung zuvorkommen und unsere Mitarbeiterin und ihre Familie schützen“, sagte Ulrich Niemann, Bereichsleiter Internationale Politik der Stiftung dem Tagesspiegel. Die Naumann-Projektleiterin, die frühere Tagesspiegel-Journalistin Andrea Nüsse, hatte Preisträger Ali Anouzla im November nach Deutschland zur Preisverleihung auf die Frankfurter Buchmesse begleitet. Der „Raif Badawi Award“ wird von der Naumann-Stiftung mitgetragen, die Preisträger werden aber von einer unabhängigen Jury nominiert. Kurz nach der Preisverleihung wurde die Stiftung von den marokkanischen Behörden aufgefordert, ihre Projektleiterin abzuziehen.

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