Zweifelhafter Bericht schürt Ängste unter Russlanddeutschen


Demo von Russlanddeutschen wegen einer vermeintlichen Vergewaltigung – und gegen Flüchtlinge. Hier in Villingen-Schwenningen. (Foto: dpa)
Ein russischer Sender berichtet von der Vergewaltigung eines Mädchens. Die Polizei sagt, es war keine. Doch da ist die Empörung nicht mehr aufzuhalten.

Von Benedikt Peters|Süddeutsche.de

Auf ihren Bannern steht „Hände weg von meinem Kind“ und „Lisa wir sind mit Dir.“ Und sie schreien Parolen: „Wir sind gegen die Flüchtlinge!“ „Wir sind Deutsch!“ So zeigt es ein Video, das ein sogenannter „Internationaler Konvent der Russlanddeutschen“ ins Netz gestellt hat. Die bisher unbekannte Gruppe hatte am Wochenende zusammen mit „Bärgida“, dem Berliner Pegida-Ableger, zum Protest vor dem Kanzleramt aufgerufen, die Polizei zählte 700 Menschen.

Darunter waren der Sprache nach zu urteilen, nicht nur die üblichen Pegida-Schreihälse, sondern viele Menschen russischer Herkunft. Medien berichteten, es habe sich überwiegend um Russlanddeutsche gehandelt, um Russen mit deutschen Ahnen, die nach Deutschland übergesiedelt sind. Sie demonstrierten nicht nur in Berlin. In Villingen-Schwenningen waren es 1300, in Schweinfurt nochmal 700. In Ellwangen bei Stuttgart zogen 500 vor ein Flüchtlingsheim. Überwiegend in Süddeutschland, wo die meisten von ihnen leben, gingen mehrere tausend Russlanddeutsche gegen Flüchtlinge auf die Straße.

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