Die wahre islamistische Gefahr ist nicht der IS


Im medialen Schatten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich die ebenso radikale Nusra-Front zu einer finanz- und schlagkräftigen Gruppierung im syrischen Bürgerkrieg entwickelt: Geiselübergabe in Arsal, libanesische Bekaa-Ebene Foto: REUTERS
Der Islamische Staat wird für die gefährlichste radikalislamische Terrororganisation der Welt gehalten. Ein fataler Fehler! Die größte Gefahr geht nämlich von einer ganz anderen Gruppe aus.

Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Al-Qaida ist viel intelligenter als der Islamische Staat“, sagt Bernhard Falk, der zum radikalen Islamisten mutierte ehemalige deutsche Linksterrorist. „Bei al-Qaida schneidet man keine Köpfe am Fließband zur öffentlichen Belustigung ab, da hat alles Hand und Fuß.“ Mit „al-Qaida“ meint der 48-jährige Islamist Dschabhat al-Nusra, eine der größten Rebellengruppen in Syrien mit dem ideologischen Überbau des Terrornetzwerkes al-Qaida.

Tatsächlich wisse die Nusra-Front, sich den jeweiligen Begebenheiten anzupassen und ihre wahren, totalitären Intentionen zurückzustecken, macht das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) in Washington in einem jüngst veröffentlichten Bericht geltend. Sie sei längerfristig eine weitaus größere Bedrohung als die Terrormiliz IS.

Dschabhat al-Nusra habe die moderate Opposition dermaßen umfassend geschwächt und unterwandert, dass sie „am meisten von der Zerstörung des IS und dem Sturz des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad profitieren wird“. Mit großer Wahrscheinlichkeit sei in Syrien ein Emirat der Nusra-Front zu erwarten, als zentraler Knotenpunkt im weltweiten Netzwerk al-Qaidas.

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