USA wollten Snowden 2013 aus Europa verschleppen


Kollage: brightsblog
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Dänemark gewährte einem CIA-Flugzeug Überflug- und Landerechte, das FBI forderte Schweden, Dänemark, Finnland und Norwegen auf, den Whistleblower festzunehmen und auszuliefern

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Die USA wollten offenbar auch unter US-Präsident Obama wieder zum Mittel der Verschleppung (rendition) greifen, um den Whistleblower Edward Snowden zu ergreifen. Unter George W. Bush waren die heimlichen und illegalen Verschleppungen mutmaßlicher Terroristen oder „feindlicher Kämpfer“ nach 11/9 durch die CIA eifrig mit der Hilfe befreundeter Staaten praktiziert worden.

Während Assange noch immer nicht wagt, die ecuadorianische Botschaft in London zu verlassen, hatten die USA selbst mit der Hilfe von alliierten Ländern am 3. Juli 2013 die Maschine des bolivianischen Präsidenten auf dem Flug von Moskau nach La Paz zur Landung in Wien gezwungen und sie dort durchsucht. Die Durchsuchung wurde freilich von Bolivien bestritten (Snowden-Verdacht: Flugzeug des bolivianischen Präsidenten zur außerplanmäßigen Landung gezwungen [2. Update]). Snowden hatte sich 2013 mit zahlreichen Dateien abgesetzt, um über die für illegalen Lauschaktivitäten der US-Geheimdienste zu berichten. Zuflucht fand er schließlich in Russland, wo ihm immer noch Asyl gewährt wird.

Dokumente, die Peter Kofod von Denfri.dk nach Eingabe von Anträgen zur Informationsfreiheit von der dänischen Regierung erhalten und veröffentlicht hat, bestätigen, worüber der britische Journalist Duncan Campbell zuerst 2014 auf The Register berichtet hatte. Bekanntlich wollte Snowden, der am 24. Juni 2013 in Moskau gelandet war, nicht dort bleiben, sondern umgehend ins Exil nach Kuba, Ecuador oder Bolivien gehen. Briten, die Flugzeuge beobachten, hatten an dem Tag festgestellt, dass eine Gulfstream-Maschine mit der Nummer N977GA, die von der CIA für Verschleppungen benutzt wurde, heimlich von einem Flughafen in Washington aufgestiegen war und Richtung Schottland in einer Höhe flog, ab der eine Flugkontrolle nicht mehr verlangt wird. Nach den Informationen über die Transponder-Signale wurde klar, dass das Flugzeug nicht nach Moskau geflogen, sondern in Kopenhagen gelandet war.

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Bild. heise.de