Wie finanzieren sich Moscheen?


Öffnung in die Gesellschaft: Am „Tag der offenen Moschee“ beteiligen sich mittlerweile viele islamische Gotteshäuser. (Imago/Jens Jeske)
Wie sich Moscheen in Deutschland finanzieren – darüber wird viel spekuliert. Die Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus schließt Gelder aus dem Ausland nicht aus. Doch sie tritt dem Eindruck entgegen, Moscheen seien vor allem Orte der Radikalisierung.

Riem Spielhaus im Gespräch mit Korbinian Frenzel|Deutschlandradio Kultur

„Wir können nicht ausschließen, dass die eine oder andere Moschee auch Spenden aus dem Ausland erhält“, sagt Riem Spielhaus. Sicher sei dies beim Dachverband DITIB der Fall: Dessen Imame würden vom türkischen Staat nach Deutschland geschickt, um die Gemeinden zu betreuen. Meist würden Moscheen angeben, sich über Spenden der Gläubigen anlässlich des Freitagsgebets zu finanzieren.

Die Islamwissenschaftlerin geht davon aus, dass der Staat im Zusammenhang mit der Terrorgesetzgebung etwaige Finanzflüsse unter Kontrolle hätte: „Das sollte man zumindest momentan hoffen“. Ihrer Meinung nach könnte auch eine Art muslimischer Kirchensteuer für mehr Transparenz bei der Finanzierung sorgen.

Moscheen haben sich nach Spielhaus‘ Darstellung in den vergangenen Jahren stärker in die deutsche Gesellschaft hinein geöffnet: Es gebe viel interreligiösen Dialog und es werde mehr Deutsch gesprochen. „Über viele Moscheen wissen wir sehr viel, über wenige wissen wir fast gar nichts. Das sind die Problemmoscheen“, sagte Spielhaus. Dazu gehörten beispielsweise in Berlin vier Gemeinden von insgesamt rund 100. Muslime radikalisierten sich jedoch weiterhin vor allem über das Internet.

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