Indien: Die Angst der Christen


Zerstörter Altar – Sankt Sebastian Kirche in Neu-Dehli (Sandra Petersmann)
Für Indiens Christen war 2015 das schlimmste Jahr seit der Unabhängigkeit, sagt eine neue Studie einer indischen Menschenrechts-Organisation. Die Angriffe auf Christen im vergangenen Jahr hätten sich verdreifacht, so das „Catholic Secular Forum“. Acht seien getötet und mindestens 8.000 angegriffen worden. Ein Stimmungsbild aus Neu-Delhi.

Von Sandra Petersmann|Deutschlandfunk

Die Wände der Sankt Sebastian Kirche sind rußgeschwärzt, auf dem Marmor-Altar liegen Trümmerteile. Das katholische Gotteshaus im Osten Neu-Delhis brannte kurz vor Weihnachten 2014 lichterloh. Abraham Mathews erinnert sich noch genau an den verhängnisvollen Tag.

„Das war so traurig. Wir haben alle geweint, ich auch. Das hier war der Ort, zu dem wir uns mit unseren Sorgen und Nöten geflüchtet haben. Und wenn dieser Ort dann in Flammen aufgeht, ist das ein schrecklicher Verlust.“

Abraham Mathews ist Bauunternehmer, Katholik, Mitglied der Gemeinde von Sankt Sebastian und für den Wiederaufbau verantwortlich. Er verzichtet auf Holz und leicht entflammbare Materialien. Die Bauarbeiten sollen in sechs Monaten abgeschlossen sein. Die Frage, warum die Kirche ausgebrannt ist, beantwortet der 50-jährige vorsichtig.

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