Zwangsrekrutierung beim IS: Mordrausch und Heiratsglück


© AFP Der anonyme Verband des IS wird zunehmend brüchig.
Sadisten besonders erwünscht: Von Deserteuren der islamistischen Terrormiliz hat man jetzt erfahren, wie der IS seine Leute rekrutiert. Es ist schauerlich und bizarr.

Von Joseph Croitoru|Frankfurter Allgemeine

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist mittlerweile Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Ihre Schreckensherrschaft wird immer häufiger mit einem im Entstehen begriffenen Staatswesen assoziiert. Doch was verbirgt sich wirklich hinter der geschickt aufgebauten Propagandafassade dieser Mörderbande, die von islamischen Fanatikern und ehemaligen Folterknechten des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein geführt wird? Terrorismusforscher meinen neuerdings einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können, indem sie die Aussagen von IS-Deserteuren auswerten, die der Terrormiliz wegen ihres mörderischen und korrupten Charakters den Rücken gekehrt haben. Das neue Forschungsfeld ist aber besonders dort problematisch, wo die Befragten aus Furcht darauf bestehen, anonym zu bleiben. Zudem können die Forscher, die die Interviews in den seltensten Fällen selbst führen, den Wahrheitsgehalt der Berichte kaum überprüfen.

Dazu sind wahrscheinlich auch nicht einmal Geheimdienstler in der Lage, die ihrerseits IS-Rückkehrer in die Mangel nehmen, ohne dass die Öffentlichkeit allzu viel davon erfährt. Aber um solche desertierten Dschihadisten, denen der Prozess gemacht wird, geht es in einer der Pionierarbeiten des neuen Forschungszweiges nicht.

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