Dodo Bonelli, Hexenjäger – Halali zur Homohatz


Bild: diekolumnisten.de
Am 23. Januar veranstaltete die „Demo für Alle“ in Stuttgart einen Gender-Kongreß, dessen prominentester Referent der Psychiater Raphael Bonelli war. Es gab noch mehr ominöse „Experten“ für antihomosexuelle Hetze. Wolfgang Brosche bringt an den Tag, was in Stuttgart an – und ausgebrütet wurde.

Von Wolfgang Brosche|DIE KOLUMNISTEN

Witchfinder General

„Die Frauen sind ein Übel, ein Übel, ein Übel, ein Übel…“ wie einen Rosenkranz keucht der fromme Katholik seine Losung in einer kalten, zugigen, schmutzigen und düsteren Klosterzelle;  Mitte des  15.Jahrhunderts, vor der Welt verkrochen, ein vergrätzter, scharfgesichtiger  Dominikanermönch in einer zerschlissenen Kutte. Er  brütet mit zusammengekniffenen Augen über seinen Papieren, denn die eine blakend-christliche Kerze spendet nur wenig Licht.

Da liegen sie vor ihm, die Zeugnisse über die Schandtaten der  Hexen,  glaubhafte Berichte von frommen Männern, die beschreiben, wie Hexen Vieh und Ernten vergiften und Unwetter, Hochwasser  und Erdbeben mit ihrem Schadenszauber heraufbeschwören.

Aber vor allem erzählen die Dokumente von den zügellosen Sudeluntaten  der  Hexen: nicht nur, daß sie Männern das Glied wegzaubern und sie unfruchtbar werden lassen, nein, sie kopulieren auch mit Tieren, mit Schweinen und Eseln und in finsterster Nacht sogar mit dem Satan persönlich. Denn die Hexen sind Weiber und die können ihre Lüste nicht beherrschen…

Heinrich Kramer, Inquisitor der dominikanischen Ordensprovinz Alemania, hat diese Zeugnisse gesammelt; oft auch bei scharfen Befragungen von Verdächtigen und bei Verhören von den  Verteidigern des Hexenwesens. Er haßt sie alle, die Hexen, und recht eigentlich, da sie Frauen sind, das weibliche Geschlecht selbst – und das schreibt er nieder  mit vernichtendem Zorn:

„Die Frau ist ein Feind der Freundschaft,  eine unausweichliche Strafe, ein notwendiges Übel, eine natürliche Versuchung, eine begehrenswerte Katastrophe, eine häusliche Gefahr, ein erfreulicher Schaden,  ein Übel der Natur.“

Was Kramer wirklich quält ist sein eigenes membrum virile, das da zuckt und sich reckt und spucken möchte; doch sein Glaube verbietet ihm, sein katholischer, die Leidenschaft, die Brunst, die Geilheit, aber schuld daran ist nicht seine vermaledeite Hand, die zwischen die Schenkel wandern möchte, sind nicht seine Augen, die sich am widerlich-schönen Frauenkörper erfreuen, denn willentlich – so denken die Katholiken ja bis heute – darf man sich nicht erregen. Schuld sind also die Frauen selbst. Und um das Übel der Natur zu bekämpfen, verfaßt der glühende Fanatiker ein Schandwerk, das noch Jahrhunderte später Ungezählten zum Verhängnis wird: „Malleus Maleficarum“, den „Hexenhammer“ – das grundlegende Werk für die Verfolgung von Hexen in Europa.

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