Zorn, Hass, Revolte: die Politik der AfD


Je schärfer die Worte und Gesten ausfallen, desto zahmer wirkt jeder Rückzug vom Extrem ins Radikale. Keiner setzt das so gezielt ein wie die AfD. (Foto: dpa/Getty/dpa)
Die Radikalität der Alternative für Deutschland hat eine Verführungskraft entwickelt, die viele Bürger und Politiker verblüfft. Dahinter steht eine Philosophie.

Von Jens Bisky|Süddeutsche.de

Gleich zwei Mal erklärt auf der Webseite der Alternative für Deutschland die Parteivorsitzende Frauke Petry, was sie mit ihren vielfach skandalisierten „Äußerungen zum Waffengebrauch an den Grenzen“ gemeint habe. Nichts Böses, versteht sich, nur Selbstverständliches, nur Gesetzeskonformes.

Bleibt die Frage, ob sie nicht in der Lage ist, sich klar auszudrücken, oder ob sie es nicht will. Wahrscheinlich doch Letzteres, wahrscheinlich hat sie die Undeutlichkeit bewusst in Kauf genommen, gewinnt sie doch dadurch an verschiedenen Fronten: Die Provokation war auch eine Botschaft an Andersdenkende – wenn es um Gewalt geht, formulieren wir gern mal missverständlich -, vor allem aber ein Signal der Entschlossenheit an das Zornkollektiv der Sympathisanten, die von einer Stunde der Abrechnung mit „Volksverrätern“ und „Lügenpresse“ träumen.

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