Geheimnis der Tiefseesocken ist geklärt


Xenoturbella bocki
Xenoturbella bocki
Sie liegen auf dem Meeresgrund wie schlaffe Luftballons oder gebrauchte Kondome. Biologisch waren diese Tiere lange ein Rätsel – bis vier neue Arten gefunden wurden.

Von Daniel Lingenhöhl|Spektrum.de

1915 holten Biologen aus der Ostsee vor der schwedischen Küste ein merkwürdiges Lebewesen, das sie nicht so recht einzuordnen wussten: Zuerst packten sie die letztlich sogar erst 1949 beschriebene Art Xenoturbella bocki zu den Plattwürmern, später galt sie als sehr einfaches Weichtier und schließlich als Stachelhäuter. Es sieht auch zu merkwürdig aus: Das Tier verfügt nur über eine Körperöffnung, hat weder Augen noch Kiemen, und innere Organe sind mehr oder weniger Fehlanzeige. Wovon es sich ernährt, ist ebenfalls unklar; vermutlich fressen die Meeresbodenbewohner Muscheln und Schnecken, doch das Wie ist unbekannt. Glücklicherweise entdeckten Biologen um Greg Rouse von der University of California in San Diego jedoch weitere Arten dieser Strudelwürmer in mexikanischen und kalifornischen Gewässern, welche die evolutionär wichtige Stammbaumfrage wohl klären.

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