Volker Jung: Transsexualität endlich „entmoralisieren“


Bild: bpb.de
Bild: bpb.de
Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat im Zusammenhang mit transsexuellen Menschen von einer „schuldbelasteten Wahrnehmung“ der Kirche gesprochen.

Von Anne Kampf|evangelisch.de

„Es wurde nicht wahrgenommen, dass es Grundprägungen von Menschen gibt, die nicht veränderbar sind und zur Identität eines Menschen gehören“, sagte Jung bei der Konferenz „Transsexualität. Eine gesellschaftliche Herausforderung im Gespräch zwischen Theologie und Neurowissenschaften“ an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Das Thema sei nicht nur ein Randthema, das sich einer Minderheit zuwende. Es ist ein Thema, „das in Grundfragen von Theologie und Kirche hineinführt“. Um der Menschen willen sei „eine Entmoralisierung erforderlich“, sagte Jung. Sexuelle Prägungen seien jeweils „empfangen“.

Theologisch besteht nach Jung die Herausforderung darin, dass das heutige Verständnis sexueller Vielfalt „in dieser Form nicht im Horizont der Aussagen biblischer Texte steht“. Dies bedeute, dass auch die Schöpfung im Blick auf die Geschlechtlichkeit „nicht auf normative Binarität reduziert werden kann“. Die Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann sei zwar eine „besondere Gabe Gottes“. Sie sei aber „nicht das einzige Schöpfungsgemäße, gegenüber dem andere geschlechtliche Orientierungen als defizitär zu beurteilen wären“.

weiterlesen