Frauen und Christen flüchten aus den Unterkünften


In Flüchtlingsunterkünften kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen ethnischen oder religiösen Gruppen. In Stuttgart bekommen nun 30 Christen eine eigene Unterkunft. Quelle: Die Welt
In Flüchtlingsheimen kommt es oft zu schweren Konflikten zwischen verschiedenen Gruppen. Frauen, Christen und Homosexuelle werden besonders oft attackiert – und nun zum Teil gesondert untergebracht.

Von Hannelore Crolly, Marcel Leubecher|DIE WELT

Zerrissene Bibeln und Beschimpfungen, abgerissene Kreuze und sogar Schläge ins Gesicht: Die Klagen über Gewalt in Flüchtlingsheimen reißen nicht ab. Besonders betroffen von der angespannten Stimmung in vielen beengten Massenunterkünften sind Frauen, Homosexuelle und religiöse Minderheiten. Weil sich in Stuttgart die Berichte christlicher Flüchtlinge über Schikanen durch muslimische Mitbewohner häuften, kommt die Stadt nun Forderungen entgegen, einem Teil dieser Migranten eine neue Unterkunft im Stadtteil Neugereut anzubieten.

Ein Helferkreis, der sich hauptsächlich um assyrische Christen aus Syrien und dem Irak kümmert, hatte diese drastische wie umstrittene Maßnahme gefordert, auch der Zentralrat Orientalischer Christen appellierte in einer von fast 17.000 Personen unterzeichneten Online-Petition an die Stadt: „Bitte ermöglichen Sie die gemeinsame Unterbringung vertriebener Christen in Stuttgart-Neugereut und bewahren Sie diese dadurch vor weiterer Bedrängnis und Verfolgung, der sie bei dezentraler Unterbringung immer wieder ausgesetzt sind.“

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