Halal krank vs Haram gesund


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Alkoholhaltiger Hustensaft und Kapseln mit Schweinegelatine: Für viele gläubige Muslime sind solche Medikamente tabu. Doch oft gibt es Alternativen. Und wenn es mal keine gibt, ist Gesundheit oberstes Gebot.

Von Andreas Gorzewski|MiGAZIN

Wenn Muslime in einer Apotheke Tabletten oder Tropfen kaufen, wollen sie vom Beipackzettel nicht nur Auskunft über Nebenwirkungen. Denn einige Inhaltsstoffe sind im Islam eigentlich tabu. Dazu gehören vor allem Alkohol und Produkte vom Schwein, wie Zouhair Halabi erläutert, Arzt für Innere Medizin in Düren und Medizin-Beauftragter des Zentralrats der Muslime in Köln. Doch in der Pharma-Industrie spielen diese Produkte eine wichtige Rolle. Sie kommen in Pillen und Säften ebenso vor wie in Salben oder Transplantaten. Muslime müssen deshalb oft abwägen.

Für Medikamente gilt wie für Speisen im Islam, dass bestimmte Tiere und berauschende Getränke „haram“, also verboten, sind. Die Einhaltung der entsprechenden Gebote hat nach Ansicht vieler Gläubiger Auswirkungen auf das Leben nach dem Tod. Nach ihrer Vorstellung hängt deshalb von der richtigen Medikation nicht nur ihr körperliches, sondern auch ihr seelisches Heil ab.

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