Polizeiseelsorger: „Pegida“ und andere Proteste belasten die Beamten


Es sei schwierig, dauerhaft neutral zu bleiben: Die hohe Zahl an Demonstrationen mit radikalen Teilnehmern belastet die Polizeibeamten nach Ansicht von Seelsorgern zunehmend auch seelisch.

Von Luise Poschmann|evangelisch.de

Wer wie in Dresden seit Monaten „jeden Montag zwischen zwei Gruppen steht“, nehme die Auseinandersetzung auch mit nach Hause, sagte der Bremer Polizeipfarrer Uwe Köster im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Konflikt auf der Straße sei auch außerhalb des Einsatzes, in den Dienststuben und im sozialen Umfeld präsent. Einigen falle es da schwer, auf Dauer Neutralität zu wahren.

Ein Einsatz wie bei „Pegida“ oder noch radikaleren Demonstrationen bedeute für die Polizisten eine enorme körperliche Belastung, erläuterte Köster weiter und fügte hinzu: „Und es kratzt auch an der Seele.“ Um die seit Monaten geforderten Kräfte zu entlasten, werde dringend mehr Personal benötigt. Doch auch die Wertschätzung der Polizeiarbeit müsse in Politik und Gesellschaft wieder zunehmen, sagte Köster, der Vorsitzender der Konferenz Evangelischer Polizeipfarrerinnen und Polizeipfarrer (KEPP) ist, die noch bis Freitag in Dresden tagt.

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