„Gene Drive“ – Turbo für die Evolution


Mücken der Art Aedes ägypti übertragen viele Krankheiten, darunter auch Zika. (Foto: AP)
Mit „Gene Drive“ wollen Forscher Malaria oder Zika ausrotten. Ganze Ökosysteme könnten mit der Turbo-Evolution umgekrempelt werden. Doch ist das ethisch vertretbar?

Von Julia Groß|Süddeutsche.de

Was wäre, wenn es in fünf Jahren die Möglichkeit gäbe, Malaria ein für allemal auszurotten? Wenn es gelänge, Krankheiten wie Dengue, Gelbfieber oder Zika dramatisch einzudämmen? Was wäre, wenn die Menschen in nur fünf Jahren anfangen könnten, auf Pestizide zu verzichten und viele vom Aussterben bedrohte Arten zu retten?

Das sind keine fantastischen Träume, sondern ernst gemeinte Prognosen des Biochemikers Kevin Esvelt, der an den amerikanischen Elite-Universitäten Harvard und MIT arbeitet. Esvelt ist Mitentdecker einer Technologie, die all dies möglich machen soll: des „Gene Drive“, zu Deutsch etwa „genetischer Antrieb“ oder „Schwung“. „Es unterscheidet sich fundamental von allen Methoden, über die wir heute verfügen.Gene Drives können Ökosysteme neu gestalten“, sagt Esvelt. „Unsere Gesellschaft war noch nie mit einer Technologie konfrontiert, die in so einem Maße alle und jeden betrifft.“ Es ist eine Methode, mit der Menschen sogar die Evolution steuern könnten – indem sie die aus dem Biologieunterricht bekannten Mendel’schen Vererbungsgesetze aushebeln.

weiterlesen