Idiotie: Intelligent Design, reloaded


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Die „Fragen stehen nach wie vor im Raum: Ist die Gottesfrage a priori eine unwissenschaftliche? Ist der Glauben an Gott unwissenschaftlich? Schließt die Evolutionstheorie die Existenz Gottes aus?“

Von Dr. Marcus Franz|kath.net

Wir haben schon lange keine Grundsatzdebatte über die Ur-Fragen des Lebens mehr gehabt. Das ist schade. In einem denkwürdigen Text hat Kardinal Schönborn 2005 das „Intelligent Design“ als Gedankenmodell in den Diskurs über die Entstehung des Lebens eingebracht. Damals wurde dieses Modell heiß diskutiert. Und die Fragen stehen natürlich nach wie vor im Raum: Ist die Gottesfrage a priori eine unwissenschaftliche? Ist der Glauben an Gott unwissenschaftlich? Schließt die Evolutionstheorie die Existenz Gottes aus?

Die damaligen Diskussionen über die Evolutionstheorie und das christliche Denkmodell des „Intelligent Design“ sowie die Debatten darüber, ob es den göttlichen Zündungsfunken bei der Lebensentstehung und eine steuernde Kraft hinter der Evolution nun gibt oder nicht, waren meist hitzige und leider oft ziemlich redundante, rechthaberische Streitereien. Man drang deswegen nur selten bis zum Kern vor: Schon die Sprachbegriffe „Glauben“ und „Wissenschaft“ legen nämlich fest, um welche im Prinzip nicht verhandelbare Entitäten es hier geht. Im Glauben manifestiert sich die religiöse Hoffnung auf die Existenz eines göttlichen Wesens, in der Wissenschaft erkennen wir die durch nachweisliche Fakten erklärbaren Dinglichkeiten des Daseins. Und diese beiden Entitäten widersprechen sich entgegen der landläufigen Meinung nicht.

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