Grünen-Chef Özdemir: „Wir brauchen den einheimischen Islam“


Nach Ansicht von Cem Özdemir kommt es nicht darauf an, was einer glaubt, sondern ob er sich an das Grundgesetz hält, das Grundlage für das Zusammenleben ist. Foto: AP
Es komme kommt nicht darauf an, was einer glaubt, sondern ob er sich an das Grundgesetz hält, sagt Grünen-Chef Cem Özdemir im StZ-Interview.

Von Bernhard Walker|Stuttgarter Zeitung

Kein heiliges Buch darf nach Ansicht des Stuttgarter Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir über dem Grundgesetz stehen. Das Grundgesetz gebe in der deutschen Zuwanderungsgesellschaft die Spielregeln für alle vor.

Herr Özdemir, darf ich Ihnen ein Zitat vorlesen?
Ja, gerne.
„Das Schlimmste, was im ordnungsliebenden Deutschland passieren kann, ist, dass wir auf berechtigte Fragen der Bürger keine Antworten geben.“
Das Zitat kenne ich. Es stammt ja von mir.
OB Palmer sagt, er gebe Antworten auf diese berechtigten Fragen. Warum fällt trotzdem die halbe Partei über ihn her?
Ich falle nicht über ihn her, sondern sage, dass vieles von dem, was Boris Palmer sagt, gar nicht der Realität der Partei entspricht. Bündnis 90/Die Grünen haben auf dem letzten Parteitag in Halle beschlossen, dass nicht jeder, der zu uns kommt, hierbleiben kann. Wir haben schon vor Jahren Abstand von der Forderung nach völlig offenen Grenzen genommen. Wir verteidigen aber das Grundrecht auf Asyl und wollen ein Einwanderungsgesetz. Ich habe auch gesagt, was Migranten tun müssen, damit sie Teil dieser Gesellschaft werden.