Der neue Kirchenhass in Thüringen


Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke kämpft mit Luther-Zitaten gegen die Kirche: Im Erfurter Dom (oben) wird bei AfD-Kundgebungen das Licht ausgeschaltet. Foto: dpa, Paul Glaser
Das Verhältnis zwischen den christlichen Kirchen und der AfD ist zerrüttet. Im Osten geht der Riss dabei oft mitten durch die Pfarreien.

Von Harald Lachmann|Stuttgarter Zeitung.de

Will ein Kirchentag sehr bewusst Zeichen in puncto Flucht, Migration und Mitmenschlichkeit senden, engt das wohl zwangsläufig den Kreis offizieller politischer Diskutanten ein – zumal in diesen Monaten. So beschränkt das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) die Liste derer, mit denen man zum 100. Katholikentag vom 25. bis 29. Mai in Leipzig reden will, auf jene Parteien, die sich „nicht aus dem demokratischen Konsens verabschiedet“ hätten.

Die AfD gehört für ZdK-Präsident Thomas Sternberg nicht dazu.   50 000 Gäste bei gut 1000 Veranstaltungen bilden fraglos eine Verlockung für Meinungsmacher aller Couleur. Umso mehr erregte sich anschließend AfD-Chefin Frauke Petry über den Affront. Die Protestantin sagt, „der Glaube an Jesus Christus ist Bestandteil meines Lebens“ und nennt die Kirche „diskussionsunfähig“. Sie blende „einen wichtigen politischen Akteur in Deutschland“ aus.

weiterlesen