Türkische Armee bombardiert syrisch-kurdische Enklave Afrin


So sollen die Fronten verlaufen, Stand: 16.2. Rot: Syrische Armee, grün: „Rebellen“, gelb: Kurden, grau/weiß: Islamischer Staat. Bild: GFDL
Gesellschaft für bedrohte Völker wirft Erdogan schwerste Völkerrechtsverletzung vor

Von Kamal Sido|TELEPOLIS

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) wirft der türkischen Regierung vor, mit der Beschießung der kurdischen Enklave Afrin in Nordsyrien das Völkerrecht in schwerster Form zu verletzen. Es hat keinerlei Provokation von der Verwaltung in Afrin gegeben. Trotzdem nimmt das türkische Militär seit gestern Nacht verschiedenen Ortschaften mit Artillerie und Raketenwerfer unter schweren Beschuss. Betroffen sind folgende Ortschaften: Shaykh al Hadid (Shiye), Derbalout, Hammam, Freriye, Sanare und Qarmitlike. Granaten sollen auch im Zentrum der Region Afrin, die sich im Alleingang für autonom erklärt hat, eingeschlagen sein. Es gibt bereits mindestens vier Tote und sieben Verletzte unter den Zivilisten.

Diese Angaben haben sowohl die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte als auch Freunde und Gewährsleute der GfbV vor Ort in Telefongesprächen bestätigt. „Die Menschen haben sich die ganze Nacht in besser geschützte Räume geflüchtet. Sie hatten Angst, von einer Bombe oder Rakete getroffen zu werden“, berichtete mir ein 60-jähriger Kurde aus der Ortschaft Shaykh al Hadid (Shiye) am Telefon. Auch Mutter und Geschwister von mir leben in Afrin.

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