Fremdenhass: Keine Vorbilder, keine Religion – und Angst


Schon vor den neuesten Ereignissen kam es in Sachsen immer wieder zu fremdenfeindlichen Übergriffen und Demonstrationen gegen Ausländer. Warum blüht die rechte Gewalt geraden in diesem Bundesland? Quelle: Die Welt
Was sind die Gründe für die fremdenfeindlichen Übergriffe in Sachsen? Sozialwissenschaftler Frank Richter sieht eine „Distanz vieler Menschen gegenüber der Ordnung der Bundesrepublik“.

Von Matthias Kamann|DIE WELT

Die Welt: Warum gibt es in Sachsen so viele rechtsradikale Ausschreitungen und Übergriffe, wie sie am Wochenende nun auch in Bautzen und Clausnitz stattfanden?

Frank Richter: Diese Übergriffe sind durch nichts zu entschuldigen! Zur Erklärung kann darauf hingewiesen werden, dass in Sachsen eine hohe rechtsextremistische Belastungsquote schon seit mehreren Jahren festgestellt wird.

Die Reden bei den Pegida-Demonstrationen haben sich immer weiter radikalisiert, vor allem in der Hetze gegen Flüchtlinge und Muslime. Gleichwohl ist es völlig falsch, die sächsische Bevölkerung pauschal für fremdenfeindlich oder rechtsradikal zu erklären.

Die Welt: Wird der Rechtsradikalismus aber nicht jetzt gesellschaftsfähig?

Richter: Er darf nicht gesellschaftsfähig werden. Offenbar gibt es immer mehr Menschen, die sich in rechtsradikalen und extremistischen „Echokammern“ aufhalten, das heißt, dass sie nur noch mit Gleichgesinnten kommunizieren. Sie brauchen den Widerspruch.

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