Adams Urknall – Was Grundschüler über die Schöpfung lernen


Evolutionstheorie statt religionsgeprägte Schöpfungsgeschichte – religionsfreie Erziehung in der Grundschule (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ – welche Rolle soll diese biblische Schöpfungsgeschichte in der Grundschule spielen? Säkular eingestellte Pädagogen finden, das deutsche Bildungssystem sei zu stark religiös geprägt. Viele Lehrpläne sehen die Evolutionstheorie erst in der neunten Klasse vor. Eine Gruppe von Didaktikern will jetzt die Evolution in die Grundschule bringen.

Von Rainer Brandes|Deutschlandfunk

Kein Kind in Deutschland muss am Religionsunterricht teilnehmen, auch wenn das Fach in den meisten Bundesländern ordentliches Lehrfach ist. Man kann sein Kind abmelden. Auf den ersten Blick hat also jeder die Möglichkeit, sein Kind religionsfrei zu erziehen. Tatsächlich aber machen säkular eingestellte Menschen die Erfahrung, dass es so einfach nicht ist. Ulrike von Chossy ist Diplom-Sozialpädagogin und leitet eine humanistische Grundschule im bayerischen Fürth. Ihre Schule hat sich einer religionsfreien Erziehung verschrieben. Sie sagt, schon im Kindergarten werde das Recht, nicht religiös zu sein, nicht respektiert.

„Wenn Sie mal in Bayern gucken in den Bildungsplan, dann ist die Ehrfurcht vor Gott schon eines der Bildungsziele. Also, ich hab‘ das schon mehrfach erlebt, dass sich Eltern auch beklagt haben, dass ihr Kind dann vor dem Essen beten muss. Und wenn die Pädagogen darauf angesprochen werden, sagen sie, das steht im bayerischen Bildungsplan ja auch drin, und dann muss sich so ein Kind eben auch mal der breiten Masse unterordnen. Das ist nicht Pluralität. Das ist Diskriminierung, eindeutig!“

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