Radiergummi für Aids-Viren


Aids-Virus, Bild: scrape TV
Aids-Virus, Bild: scrape TV
Forscher aus Hamburg und Dresden schneiden HIV-Gene aus dem Erbgut von Blutzellen – in der Petrischale und bei Mäusen. Patienten müssen noch warten.

Von Sascha Karberg|DER TAGESSPIEGEL

Seit 20 Jahren können Ärzte die Vermehrung des Aidsvirus HIV mit einem Cocktail aus Medikamenten soweit begrenzen, dass genug Immunzellen übrig bleiben und die Patienten überleben. Doch wer einmal mit HIV infiziert wurde, darf diese „Antiretrovirale Therapie“ (ART) für den Rest seines Lebens nicht unterbrechen. Denn HIV ist ein Virus, das eine Kopie seiner Gene ins Erbgut menschlicher Zellen schreibt. Aus diesem Versteck heraus können immer wieder neue Viren gebildet werden. Dresdner und Hamburger Forscher haben nun einen Weg gefunden, diese als „Proviren“ bezeichneten HIV-Kopien aus dem Erbgut zu entfernen. Das Konzept, dass die Forscher bislang nur an Zelllinien und in Mäusen getestet haben, habe das Potenzial, HIV-Infizierte zu heilen.

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