Boko Haram in Nigeria:Religion als Vorwand


Der Norden Nigerias lebt wie der Süden des Niger von der Landwirtschaft. Jungen Menschen bietet diese jedoch nur wenig Einkommensmöglichkeiten. (Katrin Gänsler)
Im Norden Nigerias spielt sich einer der gefährlichsten Konflikte der Welt ab. Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram will einen Gottesstaat errichten, bei dem eine strenge Auslegung der Scharia gelten soll. Zehntausende Menschen wurden bereits getötet, hunderttausende sind auf der Flucht.

Von Katrin Gänsler|Deutschlandfunk

Die Nachrichten der nigerianischen Armee-Sprecher wirken ermüdend. Seit Monaten listen sie fast täglich die Erfolge im Anti-Terror-Kampf auf und wollen der Bevölkerung deutlich machen: Das Ende der Miliz Boko Haram ist zum Greifen nah. Augenzeugen im Nordosten des Landes hingegen – jener Region, in der Boko Haram am stärksten vertreten ist – sie sagen: Viele Kämpfer seien noch immer auf freiem Fuß, überfallen Dörfer, töten Menschen und sorgen weiter für Angst und Schrecken. Auch Idayat Hassan ist skeptisch, wenn einmal mehr der Siegesjubel erklingt. In der Hauptstadt Abuja leitet sie das Zentrum für Demokratie und Entwicklung. Es ist eine westafrikanische Nichtregierungs-Organisation.

„Die Terrorgefahr zu beenden, erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über das Militärische hinausgeht. Der Präsident besteht zwar darauf, der Kampf sei ‚technisch gewonnen‘. Aber sind wir wirklich überzeugt davon, dass der Krieg schon gewonnen ist?“

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