Oscar-verdächtig: „Spotlight“ auf Missbrauch in der katholischen Kirche


Es sind längst nicht immer nur Action und Waffengewalt, die knisternde Spannung ins Kino bringen. Das schafft auch das biografische Drama über einen realen Skandal und dessen Aufdeckung durch gewissenhafte Journalisten.

Von Klaus Krämer|Deutsche Welle

Wenn am kommenden Sonntag (28.02.) in Los Angeles die diesjährigen Oscars verliehen werden, könnte es die ein oder andere Überraschung geben. Der Film „Spotlight“ wurde in sechs Kategorien nominiert: Bester Film, bestes Drehbuch, beste Regie, bester Schnitt, sowie Rachel McAdams und Mark Ruffalo als beste Nebendarsteller. Seit Donnerstag (25.02.) läuft er in den deutschen Kinos.

Worum geht es: Kaum ein Ereignis hat die römisch-katholische Weltkirche in den vergangenen Jahrhunderten so stark erschüttert wie der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch Geistliche und andere Kirchenbedienstete. Seit den 1990er Jahren wurden mehr und mehr Missbrauchsfälle bekannt – auf allen Kontinenten. Mit dieser Form von Gewalt führten triebgesteuerte Priester die geistlichen Ideale und ethisch-moralischen Normen des christlichen Glaubens ad absurdum. Sie stürzten ihre Kirche in eine Krise, von der sie sich bis heute nicht erholt hat. Zu hunderttausenden verließen Katholiken ihre Glaubensheimat. Keineswegs nur jene an der Peripherie, die ohnehin zum Absprung bereit waren, sondern oftmals ehrenamtliche Mitarbeiter, die über Jahre ihr Herzblut in kirchliche Arbeitsbereiche hatten fließen lassen. Zu tief saß die Enttäuschung über das Versagen von Teilen der geistlichen Elite.

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