Die brutale Realität an der Küste von Lesbos


Mitten in der Nacht: Flüchtlinge kommen an der Küste der Insel Lesbos an. Foto: Bastian Fischer
Immer mehr EU-Staaten machen ihre Grenzen dicht. Eine gemeinsame Lösung der Flüchtlingskrise ist in weiter Ferne. Die Abschottungspolitik bringt Griechenland in eine prekäre Lage – die Aufnahmekapazität könnte bald erschöpft sein. Ein Filmemacher und ein Fotograf berichten von ihren Erfahrungen vor Ort.

Von Rebecca Häfner|greenpeace magazine

Eine Konsens in der EU über den Schlüssel, nach dem Flüchlinge über die Mitgliedsstaaten verteilt werden könnten, scheint angesichts der inzwischen geschaffenen Tatsachen fast unerreichbar. Österreich hat sich am Mittwoch auf der Westbalkan-Konferenz unter anderem mit Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Serbien und Slowenien auf eine Abschottungsstrategie verständigt. Mazedonien lässt nur noch wenige, der über die Türkei und Griechenland kommenden Flüchtlinge passieren. Für Afghanen sind die Grenzen ganz dicht.

Griechenland war zur Balkan-Runde nicht eingeladen. Dort nimmt der Druck jetzt noch zu, denn an der Ägais ist so bald keine Entspannung zu erwarten. Zwar sollte ein NATO-Einsatz mit Griechen und Türken und unter deutscher Führung Schlepper und illegal einreisende Flüchtlinge stoppen. Aber in zentralen Punkten gibt es noch Uneinigkeit. So hatte die Türkei zugesagt, auf der Seereise Richtung Griechenland in Seenot geratene Flüchtlinge wieder bei sich aufzunehmen. Doch diesen Teil der Vereinbarung wollen die Türken jetzt nicht mehr erfüllen.

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