Warnung vor dem Aussterben vieler Tierarten, die Pflanzen bestäuben


Bild: Frank Vincentz/CC-BY-SA-3.0
Der erste Bericht einer UN-Organisation zur Biodiversität zeugt auch vom Einfluss der Wirtschaft und Regierungen

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Die Tierarten, die Pflanzen bestäuben und damit deren Reproduktion gewährleisten, sind weltweit stark bedroht. Nach einem Bericht der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) besteht das Risiko, dass viele aussterben könnten, was zu enormen Schäden für die Landwirtschaft und zu wachsender Lebensmittelunsicherheit führen könnte. Der Bericht ist das Ergebnis einer zweijähriger Arbeit von 77 Experten, die an die 3000 Studien herangezogen haben. Zweimal ist der Bericht einem Peer Review von Experten und Regierungen unterzogen worden.

Die UN-Organisation, deren Einrichtung 2010 beschlossen und die 2012 mit dem Hauptsitz in Bonn gegründet wurde, soll der Politik wissenschaftliche Informationen über Biodiversität und Ökosysteme liefern, um Gefährdungen zu erkennen und gegensteuern zu können. Dabei stehen oft komplexe Wechselwirkungen im Vordergrund, die exemplarisch auch in diesem zur vierten Vollversammlung in Kuala Lumpur (22. – 28. Februar) verfassten Bericht zur Geltung kommt. In Arbeitsgruppen und in der Vollversammlung wird der Bericht diskutiert und die Zusammenfassung für die politischen Entscheidungsträger verabschiedet. Pflanzen werden neben dem Pollenflug durch den Wind von einer ganzen Reihe an Tierarten (Insekten von Bienen bis zu Käfern, Säugetiere wie Fledermäuse und Vögel, aber auch Nagetiere, Reptilien wie Schlangen oder Eidechsen) durch den Transport der Samen zu den weiblichen Blüteorganen befruchtet.

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