Netanjahu verdreht Merkels Worte und löst Streit aus


Hat sich Merkel von einer Zwei-Staaten-Lösung in Israel distanziert, oder sie bekräftigt? Urteilen Sie selber: Hier ist der fragliche Redeausschnitt vom 16. Februar 2016. Quelle: Die Welt
Erneut kracht es zwischen Merkel und Netanjahu: Israels Premier hat Worte der Kanzlerin aus innenpolitischen Gründen anders interpretiert, als sie gemeint waren. In Berlin ist man empört.

Von Robin Alexander, Gil Yaron|DIE WELT

Eigentlich gehören Israel-Reisen zu den schönen Seiten im Leben eines deutschen Parlamentariers. Der Flug nach Tel Aviv ist kurz, das Wetter hervorragend, und die Beziehungen Deutschlands zur einzigen Demokratie im Nahen Osten sind es auch. Aber an diesem Montag reisen der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Norbert Röttgen, und der in der Unionsfraktion für Israel zuständige Roderich Kiesewetter nicht unbeschwert. Die beiden CDU-Politiker haben den Ärger ihrer Kanzlerin im Gepäck.

Adressat ist kein Geringerer als Premierminister Benjamin Netanjahu, der am Montagmittag eine kleine Delegation des Auswärtigen Ausschuss in Jerusalem empfängt. Angela Merkel ist sauer auf Netanjahu – wieder einmal. Obwohl die Kanzlerin eine überzeugte Freundin des Judenstaates ist, gerät sie mit Netanjahu seit Jahren hinter den Kulissen immer wieder heftig aneinander. Diesmal fühlt Merkel sich von Netanjahu für den inner-israelischen Meinungskampf benutzt. Sie glaubt, dass er ihre Position zum Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern bewusst falsch wiedergibt. Das will sie nicht länger hinnehmen.

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