Meeresspiegel: Anstieg doppelt so hoch wie gedacht?

Eiskante des antarktischen Sorsdal-Gletschers. © Robert Ricker, NOAA/NOS/ORR
Land Unter: Neuen Modellen nach könnte der Meeresspiegel-Anstieg doppelt so stark ausfallen wie bisher prognostiziert. Der Grund: In bisherigen Modellen wurden zwei glaziale Prozesse nicht erfasst oder stark unterschätzt, wie Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Durch sie könnte allein das abtauende Eis der Antarktis bis 2100 einen Meter zum Meeresspiegel-Anstieg beitragen – das ist zweimal so viel, wie von der IPCC vorhergesagt.

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Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel, heute so schnell wie seit 3.000 Jahren nicht. Schon jetzt beginnen selbst vor den Küsten der USA, Inseln im Meer zu versinken, die Gezeiten haben sich verändert und die Eisschmelze in der Westantarktis gilt bereits als unumkehrbar.

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Israel – Der ewige Sündenbock

Bild: DIE Kolumnisten
Tilman Tarach legt sieben Jahre nach der Erstausgabe eine völlig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage seines Buches über das traditionelle Bild vom Nahostkonflikt vor. Heiko Heinisch hat “Der ewige Sündenbock” gelesen und empfiehlt das Buch vor allem Medienvertretern, aber auch allen anderen, die einen ungewohnten Blick auf den Nahostkonflikt riskieren wollen.

Von Heiko Heinisch|DIE KOLUMNISTEN

Vor sieben Jahren ist das Buch Der ewige Sündenbock von Tilman Tarach erstmals erschienen. Nun liegt es in einer völlig überarbeiteten und aktualisierten Neuauflage vor. Eine Empfehlung.

Medien als Konfliktpartei

Wer den Nahostkonflikt in den Medien verfolgt oder die einschlägigen Bücher zum Thema liest, stößt auf das immer gleiche Narrativ. Es ist eine einfache Formel, die Oben und Unten, Unterdrücker und Unterdrückte, kurz die Bösen und die Guten eindeutig benennt: Auf der einen Seite Israel mit seiner hochgerüsteten Armee, mit Checkpoints, Razzien, Festnahmen und dem tödlichen Einsatz von Waffengewalt und auf der anderen Seite die Palästinenser, machtlos, unterdrückt, eingesperrt und ausgebeutet. Gewehre gegen Steine werfende Jugendliche und in ihrer Verzweiflung zu Messern, Scheren und Schraubenziehern greifende Frauen und Männer. Es ist ein Narrativ, das weniger die Realität abbildet, sondern vielmehr Teil eines Propagandakrieges ist, eines Propagandakrieges, über den die meisten Medien nicht berichten – nicht berichten können, weil sie nicht Beobachter sondern Partei sind.

Tilman Tarach zeigt, wie sich die Medien immer wieder zum willigen Sprachrohr palästinensischer Propaganda machen, indem sie unhinterfragt Meldungen weiterverbreiten. Die schlichte Tatsache, dass eine Meldung dem oben beschriebenen Narrativ entspricht, scheint den meisten westlichen Medien als „Wahrheitsbeweis“ auszureichen. So etwa als Associated Press im September 2000 das Bild eines blutüberströmten jungen Mannes und eines schreienden israelischen Polizisten mit Knüppel in der Hand veröffentlichte. Unterschrieben war das Bild mit den Worten „An Israeli policeman and a Palestinian on the Temple Mount“. Von der New York Times über die Libération bis zur Welt wurde das Foto weltweit abgedruckt, zeigte es doch exemplarisch die brutale Gewalt des starken Israel gegenüber den schwachen Palästinensern. Dabei hätte jedem auch nur kurz innehaltenden Journalisten auffallen können, dass das Foto mit Sicherheit nicht am Tempelberg aufgenommen wurde und es hätte verwundern müssen, dass der vermeintliche Täter, der schreiende und Knüppel schwingende Polizist sich nicht dem blutüberströmten Mann zuwendet, sondern jemandem oder etwas, der oder das sich außerhalb des Bildes befindet. Recherche hätte dann ergeben, dass der blutüberströmte Mann auf dem Foto kein Palästinenser ist, sondern ein jüdischer amerikanischer Student, der gerade von einer Horde Palästinenser zusammengeschlagen wurde, als ihm der Polizist zur Hilfe eilte.
Und das ist nur ein Beispiel unter sehr vielen.

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Die Terrorgefahr steigt? Nein!

Bild: RDF
Die Terroranschläge von Brüssel haben uns alle erschüttert – genau wie die Terroranschläge von Paris aus dem November 2015. Wenn Bomben in der Türkei, in Syrien oder dem Irak explodierten, ließ uns dies vermutlich kalt. Tatsächlich haben wir vermutlich kein besonders starkes Mitgefühl für die Opfer – sehr wohl aber Angst, dass wir selbst bei einer ähnlichen Attacke sterben können. Schließlich nimmt der Terrorismus doch immer weiter zu. – Falsch!

Von Lukas Mihr|Richard Dawkins-Foundation

Die Auswertung der Global Terrorism Database der University of Maryland zeigt, dass Westeuropa den Höhepunkt des Terrorismus schon lange überschritten hat. Die 70er und 80er Jahre waren weit blutiger als die Gegenwart. In der jüngeren Vergangenheit sind die Anschläge von Madrid 2004 und Paris 2015 deutlich zu erkennen, den Trend umkehren konnten sie jedoch nicht. Die Ereignisse von Brüssel hingegen gehen in der Statistik völlig unter.

War der Islam in den vergangenen Jahrzehnten etwa noch brutaler? Nein! Der europäische Terrorismus der 70er und 80er Jahre war genau das – europäisch. Etwa 3500 Tote gehen auf das Konto der katholischen IRA,  über 800 weitere Tote auf das Konto der baskischen ETA. Außerdem verübten linke und rechte Gruppierungen Anschläge in Europa. Palästinensische Terrorangriffe gab es ebenfalls – aber diese waren häufiger kommunistisch als islamisch motiviert.

Warum empfinden wir aber das genaue Gegenteil? Gefühlt war die Terrorgefahr nie so hoch wie jetzt. wir unterliegen alle einem bias, natürlich nehmen wir Dinge in der Gegenwart intensiver wahr als Ereignisse, die schon „lange her“ sind. Und genauso werden Terroranschläge in der heutigen Zeit medial sehr viel intensiver ausgewertet, als in den 70er Jahren.

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Amerikaner haben nichts gegen Folter

Nach einer Reuters-Umfrage ist in den USA die Angst vor einem Terroranschlag hoch, man fürchtet jedoch eher, einem amerikanischen Amokläufer ausgeliefert zu sein

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Donald Trump hätte nicht solche Erfolge, wenn er nicht sagen würde, was viele Amerikaner denken. So hatte er unter vielem anderem erklärt, dass er eigentlich befürworten würde, Terrorverdächtige zu foltern, zumindest mit „water boarding“, was unter Bush zu den „verschärften Verhörmethoden“ zählte und praktiziert wurde. Er drohte auch an, als Präsident schärfere Maßnahmen gegen die Bösen zu befürworten und den Islamischen Staat schlicht mit Bomben auszuradieren („bomb the hell out of ISIS“).

Eine repräsentative Reuters/Ipsos-Umfrage, die Ende März nach den Anschlägen in Brüssel durchgeführt wurde, macht nun klar, dass Trump den Willen des Volkes äußerte. 63 Prozent erklärten, dass Folter gegenüber verdächtigen Terroristen oft oder manchmal gerechtfertigt sei, um Informationen zu erhalten. Nur 15 Prozent sagten, Folter sollte niemals verwendet werden. 82 Prozent der Anhänger der Republikaner haben grundsätzlich nichts gegen Folter, aber auch 53 Prozent der Demokraten.

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Riesiger Urzeit-Hai starb aus, weil ihm die Beute ausging

Zwei Frauen in einem Megalodon-Gebiss bei einer Ausstellung in St. Petersburg im Jahr 2013. / Bild: (c) Reuters (Alexander Demianchuk)
Nicht Klimaveränderungen, sondern der Mangel an Beutetieren ließen den 18 Meter langen Urzeit-Hai Megalodon aussterben.

Die Presse.com

Nicht Klimaveränderungen, sondern der Mangel an Beutetieren machten dem riesenhaften Urzeit-Hai Carcharocles megalodon den Garaus. Zu diesem Schluss kommen Forschende der Universität Zürich, nachdem sie seine geografische Verbreitung untersuchten.

Er war bis zu 18 Metern lang und damit dreimal so groß wie der weiße Hai. In einem Zeitraum von 23 Millionen bis 2,6 Millionen Jahren vor unserer Zeit war der Megalodon zweifellos der Schrecken der Meeressäugetiere, von denen er sich ernährte. Dann starb der Riesen-Hai aus. Forschende der Universität Zürich haben nun herausgefunden, dass der Grund knapp werdende Beutetiere waren.

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Zentralrat der Muslime: „Terror ist eine Todsünde im Islam“

Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Aiman Mazyek (Bild: Wikimedia Commons/Jakub Szypulka)
Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, fordert eine neue Diskussionskultur nach den Anschlägen von muslimischen Extremisten. Es müsse auch mehr über soziale Ursachen für Terrorismus gesprochen werden.

Von Astrid Wirtz|Frankfurter Rundschau

Über sein Entsetzen angesichts der jüngsten Anschläge in Brüssel hat Aiman Mazyek keinen Zweifel gelassen. Wie immer, wenn der Terror muslimischer Extremisten Europa ins Visier nimmt, ist er einer der Ersten, die sich mit ihrer Verurteilung zu Wort melden. Und auch das wachsende Unbehagen in der Bevölkerung artikulieren. „Wenn ich die Zeitung aufschlage, bekomme ich selbst Angst vor DEM Islam“, betont der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, dem kleinsten von vier muslimischen Dachverbänden in Deutschland.

Mazyek ist trotzdem derjenige, der im Fokus steht, weil er klar und pointiert formulieren kann. In den schwierigen Zeiten fällt es ihm jedoch schwer, ruhig zu bleiben. Wie gegen den mörderischen Wahnsinn einer fanatisierten Gruppe die friedlich gelebte Religion von Abermillionen Menschen auf der Welt vermitteln? Die Terroristen seien junge Männer mit „Minderwertigkeitsgefühlen“, die glaubten, über andere Macht ausüben zu dürfen, so Mazyek. Geradezu wütend bricht es aus ihm heraus: „Das ist eine Dekonstruktion der Religion.“ Es ginge stattdessen um Macht, Sex und Geld. Dem Ruf nach der immer wieder eingeforderten Reform des Islam kann er deshalb nichts abgewinnen. Es sei nicht zielführend, nach jedem Terroranschlag „monokausal in der Religion die Begründung suchen“, so Mazyek weiter. Die Attentäter von Brüssel seien keine religiösen Menschen gewesen, sie hätten etwa Haschisch-Bars geführt. „Terror ist eine Todsünde im Islam, Terror ist Gotteslästerung“, betonte er.

„extra 3“ spießt Zurückhaltung der Bundesregierung auf

erdogan-sultan

Das NDR-Magazin „extra 3“ macht sich über den Umgang der Bundesregierung mit der türkischen Kritik an seiner Erdogan-Satire lustig.

evangelisch.de

„Das ist eigentlich ganz einfach in Deutschland: Wenn Sie Kritik hören wollen, schauen Sie ‚extra 3‘. Wenn Sie keine Kritik hören wollen, sprechen Sie mit der Bundeskanzlerin“, sagte Moderator Christian Ehring in der am Mittwochabend ausgestrahlten Sendung. Im Hintergrund stand ein gerahmtes Erdogan-Porträt neben einem Gartenzwerg.

Zögerliche Reaktion

Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den deutschen Botschafter einbestellt hatte, weil die Satiriker mit einem auf „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ umgedichteten Nena-Song den Umgang des Präsidenten mit Pressefreiheit und Menschenrechten kritisiert hatten. Deutsche Journalisten und Politiker zeigten sich empört. Die Bundesregierung geriet in die Kritik, weil sie sich zu zögerlich gegen das diplomatische Vorgehen der Türkei gestellt und erst verspätet öffentlich für Pressefreiheit Stellung bezogen habe.

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Sachsen-Anhalt: Deutlicher Anstieg rechtsmotivierter Straftaten

Sachsen-Anhalt © MiG
Vier von fünf politische motivierte Straftaten in Sachsen-Anhalt gehen auf das Konto von Rechtsextremisten. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Land einen deutlichen Anstieg rechtsmotivierter Straftaten.
 

MiGAZIN

Sachsen-Anhalt verzeichnet einen deutlichen Anstieg rechtsmotivierter Straftaten. Deren Zahl nahm im vergangenen Jahr nach Angaben von Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) um 488 Taten auf 1.749 Delikte zu. Darunter waren auch drei Brandanschläge und 71 weitere Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte.

Registriert wurden auch 109 rechtsmotivierte Gewalttaten. Rechtsmotivierte Taten trügen zu knapp 81 Prozent zur Gesamtstatistik politisch motivierter Kriminalität bei, sagte der Minister am Mittwoch in Magdeburg.

Der Anstieg rechtsmotivierter Straftaten trieb die Gesamtstatistik politisch motivierter Kriminalität im Bundesland in die Höhe: Gegenüber 2014 wurden 428 Taten mehr gezählt. Insgesamt waren es im vergangenen Jahr damit 2.162 erfasste Delikte, erläuterte Stahlknecht. Dabei sank die Anzahl linksmotivierter Taten leicht von 252 auf 230 Fälle.

Burkinis sorgen für Wirbel in Frankreich

foto: dpa Der Burkini ist in Frankreich nun bei Marks & Spencer zu erhalten. Das wird von vielen Seiten kritisiert (Symbolbild).

Eine Bekleidungskette verkauft erstmals Ganzkörperanzüge und erntet dafür Kritik von mehreren Seiten.

Von Stefan Brändle|derStandard.at

Das Angebot in der Abteilung „Badeanzüge und Strand“ fällt unweigerlich auf: Aus dem Bilderreigen mit viel Haut sticht ein einzelnes Kleid heraus, das den ganzen Körper bedeckt – nur Gesicht, Hände und Füße sind ausgenommen. Es ist ein Burkini (Kombination aus Bikini und Burka) und für 62,95 Euro zu haben. Angeboten wird es auf der französischen Webseite der Bekleidungskette Marks & Spencer.

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305 Millionen Jahre alte „Fast-Spinne“ entdeckt

Auf CT-Aufnahmen basierende Rekonstruktion der Fast-Spinne Idmonarachne brasieri © Garwood et al./ University of Manchester
Bindeglied der Spinnen-Evolution: In Frankreich haben Paläontologen eine 305 Millionen Jahre alte „Fast-Spinne“ entdeckt. Das Fossil repräsentiert die bisher engste Spinnenverwandte aus dieser frühen Zeit. Sie besaß bereits die typischen klauenbewehrten Mundwerkzeuge der Spinnen und konnte Spinnseide produzieren, ihr fehlten aber noch die Spinndrüsen, wie die Forscher berichten. Sie nehme damit eine Schlüsselposition in der Evolution der Spinnen ein.

scinexx

Spinnentiere gehören zu den ältesten Tieren, die das Land eroberten. Schon vor rund 410 Millionen Jahren krabbelten die Achtbeiner umher und jagten Beute. Die ersten echten Spinnen entwickelten sich wahrscheinlich im späten Karbon vor rund 315 Millionen Jahren, wann genau und wie dies geschah, ist jedoch bisher weitgehend unklar – auch aus Mangel an Fossilien.

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Anwaltverein: Rechtliche Lage in Moria „unerträglich“

Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos. Bild: BROADSHEET.ie
Der Deutsche Anwaltverein dringt auf einen Zugang für Anwälte im griechischen Flüchtlingslager Moria auf Lesbos. Sie will dort eine Rechtsberatung für Flüchtlinge aufbauen.

evangelisch.de

„Die Situation der Menschen, die mittlerweile in Moria interniert sind, ist unerträglich“, sagte Hauptgeschäftsführer Cord Brügmann dem Evangelischen Pressedienst. Die Menschen suchten nicht nur Schutz, sondern auch Recht. „Das bekommen sie im Moment nur schwerlich, weil die Situation völlig verworren ist“, sagte Brügmann, der sich derzeit auf Lesbos aufhält. Gemeinsam mit anderen europäischen Anwaltorganisationen will sein Verein eine Rechtsberatung im Lager Moria auf die Beine stellen.

Verfahrensfragen ungeklärt

Im Flüchtlingslager Moria werden Asylsuchende festgehalten, die über das Meer nach Griechenland kommen. Nach dem EU-Türkei-Abkommen sollen sie nach Einzelfallprüfungen wieder zurück in die Türkei geschickt werden. Bleiben können sie demnach nur, wenn sie dort verfolgt würden.

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Salafistenprediger Lau bleibt in Haft

Bild: WDR
Der unter Terrorverdacht stehende islamistische Prediger Sven Lau bleibt wegen Fluchtgefahr in Haft.

WDR

Eine Beschwerde des 35-Jährigen verwarf der Bundesgerichtshof bereits am 10. März, wie aus einem am Mittwoch (30.03.2016) veröffentlichten Beschluss hervorgeht.

Lau droht eine erhebliche Freiheitsstrafe. Es sei davon auszugehen, dass er nach wie vor auf ein Netzwerk zurückgreifen könne, das ihm ein Untertauchen ermögliche. Zudem habe er sich in der Vergangenheit mehrfach über ein Ausreiseverbot hinweggesetzt.

Lau war im vergangenen Jahr als Initiator der Wuppertaler „Scharia-Polizei“ aufgetreten. Er soll Anlaufstelle für Mitglieder der salafistischen Szene im Großraum Düsseldorf gewesen sein.

„Ärzte ohne Grenzen“: Arznei für Arme durch Handelsvertrag in Gefahr

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ warnt davor, dass ein geplantes Handelsabkommen zwischen der EU und Indien die Versorgung armer Menschen mit preiswerten Medikamenten, sogenannten Generika, gefährden könnte.

evangelisch.de

Anlässlich eines Treffens des indischen Regierungschefs Narendra Modi mit EU-Spitzenpolitikern am Mittwoch in Brüssel erklärte „Ärzte ohne Grenzen“, bestimmte Regelungen in einem Freihandelsvertrag könnten den Zugang zu Generika einschränken, die in großem Maße in Indien hergestellt werden: „Indien ist eine wichtige Quelle für bezahlbare, lebensrettende Generika, von der das Leben von Millionen Menschen auf der ganzen Welt abhängt.“

„Ärzte ohne Grenzen“ selbst ist stark auf Indien angewiesen. Zwei Drittel der Medikamente, die die Organisation zur Behandlung von HIV, Tuberkulose und Malaria kauft, sind indische Generika. Generika sind Nachahmungen von bereits unter einem Markennamen gehandelten Medikamenten mit denselben Wirkstoffen. Sie sind in der Regel billiger als die Originalpräparate.

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IS-Drohvideo zeigt Flughafen

ewaffnete Beamte der Bundespolizei sichern ein Terminal am Frankfurter Flughafen. Foto: dpa
Sicherheitsbehörden prüfen islamistischen Propagandafilm mit Bildern aus Frankfurt. Die hessenschau veröffentlichte am Dienstag Ausschnitte eines neuen Drohvideos der Terrormiliz IS. Das hessische Landesamt für Verfassungsschutz schätz das Video als authentische Veröffentlichung des IS ein.

Von Hanning Voigts|Frankfurter Rundschau

Ein neues Drohvideo der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), das auch Außenaufnahmen des Frankfurter Flughafens beinhaltet, sorgt bei den hessischen Sicherheitsbehörden für Aufsehen. In dem Internetvideo, das die Hessenschau des Hessischen Rundfunks am Dienstag in Ausschnitten gezeigt hat, sind vor allem Bilder aus Medienberichten über die Bombenanschläge von Brüssel zu sehen, bei denen Anfang vergangener Woche mehr als 30 Menschen am Flughafen und in der U-Bahn getötet worden waren. Der IS hatte sich später zu dem Anschlag bekannt. Außerdem tritt in dem Film ein anonymer Kämpfer auf, der offenbar auf Flämisch allen Staaten droht, die in Syrien und im Irak militärisch gegen den IS vorgehen.

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Garnisonskirche: Kirche gibt Kredit – unter einer Bedingung

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB

Ein Antrag der Kirchenleitung für die Landessynode schlägt die Bewilligung eines zinsfreien 3,25-Millionen-Kredits für den Aufbau des Turms vor. Aber: Bis Dezember 2016 muss die Garnisonkirchenstiftung es schaffen, selbst Spenden in Höhe von 2,8 Millionen Euro einzuwerben. Davor will die Landeskirche nur mit einem Teilbetrag von 250 000 Euro ins Risiko gehen

Von Ildiko Röd|Märkische Allgemeine

Der Bruch mit der Vergangenheit der Garnisonkirche soll sich auch in der Architektur des Turms widerspiegeln. Konkret heißt das: Die alten Melodien des Glockenspiels sollen um ein drittes Kirchenlied erweitert werden: „Gib Frieden, Herr, gib Frieden“. Auch die Inschrift auf dem Architrav, die seinerzeit auf den Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. als Kirchenerbauer verwies, soll durch einen neuen Text ersetzt werden. Doch das alles ist vorerst noch Zukunftsmusik, so lange die Finanzierung des Turmbaus nicht in trockenen Tüchern ist. Auf der Landessynode der evangelischen Kirche am 8. und 9. April will die Garnisonkirchenstiftung da einen großen Schritt vorwärts kommen.

Landeskirche will bis Dezember nur mit 250 000 Euro ins Risiko gehen

Ein Antrag der Kirchenleitung für die Synode schlägt die Bewilligung eines zinsfreien 3,25-Millionen-Kredits für den Aufbau des Turms vor. Allerdings ist der Kredit, der durch die 80 Synodalen bewilligt werden müsste, an Bedingungen geknüpft: Bis Dezember 2016 muss die Garnisonkirchenstiftung es schaffen, selbst Spenden in Höhe von 2,8 Millionen Euro einzuwerben. Erst dann würde die volle Kreditsumme zur Verfügung gestellt. Davor will die Landeskirche nur mit einem Teilbetrag von 250 000 Euro ins Risiko gehen.

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Ältester Steinbruch der Levante entdeckt

Blick auf einen Teil des steinzeitlichen Steinbruchs auf dem Kaizer Hill in Israel © Grosman und Goren-Inbar/ PLoS ONE
Heute wächst hier ein Industriegebiet, vor 11.000 Jahre jedoch gruben hier Steinzeitmenschen nach Feuerstein: In der Nähe von Jerusalem haben Archäologen den ältesten Steinbruch der Levante entdeckt. Er wurde von Menschen einer Kultur angelegt, die sich um Übergang von Jägern und Sammlern zu sesshaften Bauern befanden. Von ihrer Tätigkeit im urzeitlichen Steinbruch zeugen Bohrlöcher, Gräben und Abbruchkanten im Gestein.

scinexx

Die neolithische Revolution brachte einen drastischen Wandel der Lebensweise und Kultur unserer Vorfahren mit sich. Sie begannen, sesshaft zu werden, säten Pflanzen an und hielten Nutztiere – sie wurden von Jägern und Sammlern zu Bauern. Ein der Regionen, in der dieser Übergang besonders früh stattfand, ist die Levante. Hier lebten schon vor rund 11.000 Jahren Menschen in einer Vorstufe des bäuerlichen Lebens.

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Botschafter Martin Erdmann: Das ist der Mann, der Erdogan ärgert

Gleich zwei Mal binnen weniger Tage musste er im türkischen Außenministerium antreten: Martin Erdmann © Jörg Carstensen/DPA
„Extra 3“-Satire über Erdogan, Besuch eines Strafprozesses gegen türkische Journalisten: Deutschlands Botschafter in der Türkei, Martin Erdmann, sieht sich dem Zorn Ankaras ausgesetzt. Doch Erdmann weiß sich zu wehren.
 

stern.de

Martin Erdmann wollte ein deutliches Zeichen setzen – und das ist ihm wohl auch gelungen. Vergangene Woche reiste der deutsche Botschafter in der Türkei nach Istanbul, um an der Eröffnung des Strafprozesses gegen die beiden Journalisten Can Dündar und Erdem Gül teilzunehmen. Zwar besuchten auch andere westliche Diplomaten die Gerichtsverhandlung am Karfreitag, doch Erdmann, der einzige Botschafter, war der ranghöchste unter ihnen. Vielleicht hat er deshalb den Zorn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan auf sich gezogen.

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Anthropologie: Hobbits und Menschen lebten getrennt

 Die Liang-Bua-Höhle auf der indonesischen Insel Flores. Hier wurde das rätselhafte Frauenskelett gefunden. (Foto: Smithsonian Digitization Program Office/Liang Bua Team)

Die Liang-Bua-Höhle auf der indonesischen Insel Flores. Hier wurde das rätselhafte Frauenskelett gefunden.
(Foto: Smithsonian Digitization Program Office/Liang Bua Team)
Auf der indonesischen Insel Flores fanden Archäologen Skelette merkwürdig kleiner erwachsener Menschen. Eine neue Studie zeigt, dass die „Hobbits“ viel früher lebten als gedacht.

Von Christian Weber|Süddeutsche.de

Sie lag sehr lange Zeit unter der Erde, sechs Meter tief, in einer malerischen Höhle auf der entlegenen indonesischen Insel Flores, vergessen von der Welt (Bild). Insgeheim mag mancher Paläoanthropologe denken: Wäre sie doch dort gelieben; es gäbe weniger Probleme.

Seitdem nämlich im Jahr 2003 der neuseeländische Paläoanthropologe Mike Morwood das Skelett einer merkwürdig kleinen, aber zweifellos erwachsenen Menschenfrau in der Liang-Bua-Höhle ausgrub, tobt eine Debatte in der Fachwelt: Wie ist der Fund zu interpretieren? Gerade mal 106 Zentimeter groß war die Zwergenfrau, ihr Gehirn so klein wie das eines Schimpansen. Später wurden 13 weitere, ähnlich kleinwüchsige Wesen in der Höhle gefunden.

Gehörten sie dennoch zur Gattung Homo sapiens und waren nur das Opfer einer Krankheit geworden, einer Mikrozephalie oder einer Wachstumsstörung? Oder waren sie die Produkte einer sogenannten Inselverzwergung? Man weiß von vielen Säugetieren, dass sie kleiner werden, wenn sie auf isolierten Inseln leben, wo wenig Feinde sie bedrohen und die Nahrung knapp ist. Letztlich konnte Mike Morwood seine 2004 im Fachmagazin Nature publizierte Meinung durchsetzen. Die Zwergenmenschen von Flores werden seither in den Akten der Wissenschaft als eigenständige Gattung Homo floresiensis („Mensch von Flores“) geführt. In den Medien sprach man flapsig von „Hobbits“.

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Theologe kritisiert christenfeindliches ‚Spiegel‘-Titelblatt

Der Spiegel Nr.13, Bild. Spiegel.de Screenshot: BB
Der Spiegel Nr.13, Bild. Spiegel.de Screenshot: BB
Der evangelische Theologe Sebastian Moll kritisiert, dass der „Spiegel“ die christlichen „Fanatiker“ mit Islamisten parallelisiere.

kath.net

„Unter den Printmedien übernimmt DER SPIEGEL, das Sturmgewehr G36 der Demokratie, die dringliche Warnung vor der ‚gefährlichen Rückkehr der Religionen‘. Auf der aktuellen Titelseite sehen wir insgesamt fünf diesbezügliche Symbole, vier davon christlich: oben rechts Donald Trump mit einem Buch in der Hand, das wohl die Bibel sein soll; darunter ein Mann mit einem Bild von Jesus; darunter Wladimir Putin in inniger Umarmung mit Patriarch Kyrill; und in der Mitte ein in die Höhe gerecktes Kruzifix, netterweise auch noch mit einem Totenkopf verziert, das ein in religiöser Symbolik wenig bewanderter Betrachter leicht für das gängige Symbol für Gift halten könnte. Auf der linken Seite des Covers sehen wir einige Islamisten mit wehenden Fahnen. Das Verhältnis ist also 4:1. Plausible Schlussfolgerung: Das Christentum ist viermal so gefährlich wie der Islam.“ Dies schreibt der evangelische Theologe und Buchautor Sebastian Moll in seiner Kolumne im Berliner Debattenmagazin „The European“ zum aktuellen Titelblatt des Hamburger Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Moll ist Pressesprecher der „Hilfsaktion Märtyrerkirche“.

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A Melting Antarctica Could Push Sea Levels to Rise More than 3 Feet by 2100

Antartika, Bild: apod.nasa.gov
Antartika, Bild: apod.nasa.gov
Sea-level rise is one of the scariest effects of climate change. Over coming decades, scientists say it will put millions of people at risk in the continental United States, not to mention other parts of the world, including large parts of Asia and many Pacific islands.

By Kate Lunau|MOTHERBOARD

What’s even scarier is that it could happen a lot faster than we predicted.

In a new study in Nature, published Wednesday, two US climate scientists say that a melting Antarctica could contribute more than 1 meter of sea-level rise by 2100 (that’s over 3 feet), and more than 15 meters by 2500, if we keep pumping out greenhouse gases at current rates. In the worst-case scenario, their model doubles the best estimates of sea-level rise from the UN’s Intergovernmental Panel on Climate Change, predicted over the next century.

For coastal cities like New York and Miami, “one to two meters would be very, very serious,” said co-author David Pollard of the Pennsylvania State University, adding that these rising sea levels will contribute to storm flooding and Hurricane Sandy-like storms. Over a few hundred years, a 10-meter sea level rise “would be mindbogglingly catastrophic,” he continued, and would make large swaths of our planet uninhabitable.

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