Die Angst vor Erdogans „Diktator-Justiz“ geht um


Türkische Sicherheitskräfte sind gewaltsam in das Redaktionsgebäude der oppositionellen Zeitung „Zaman“ in Istanbul eingedrungen. Gegen die protestierende Menge vor dem Gebäude wurden Wasserwerfer eingesetzt. Quelle: Reuters
„Nicht mehr unsere Zeitung“: Nach der Erstürmung der türkischen „Zaman“ denken die Mitarbeiter darüber nach, ins Exil zu gehen. Einer der Zwangsverwalter: ein Ex-AKP-Lobbyist aus Deutschland.

Von Deniz Yücel|DIE WELT

Am Tag nach der gewaltsamen Erstürmung der türkischen Tageszeitung „Zaman“ durch die Polizei versammelten sich wieder Unterstützer in der Nähe der Redaktion. Am Nachmittag ging die Polizei mit Gewalt und Tränengas gegen sie vor. Bis zum Gebäude kamen sie nicht; die Polizei hat das Gebäude abgesperrt und ließ Mitarbeiter nur nach Ausweiskontrollen durch.

Unter den Mitarbeitern herrscht große Unsicherheit. „Wir wissen nicht, ob morgen eine Zeitung erscheinen wird. Und wenn, dann wird es nicht mehr unsere Zeitung sein“, sagte eine langjährige Redakteurin der „Welt“, die namentlich nicht genannt werden wollte.

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