In Israel tobt ein Kulturkampf über den Wolken


Foto: URIEL SINAI/The New York Times/R/Redux/laif Renee Rabinowitz sollte auf einem Flug von den USA nach Israel ihren Sitzplatz wechseln, weil ein streng gläubiger Passagier nicht neben einer Frau sitzen wollte. Dies soll vor Gericht zum Musterfall gegen die Diskriminierung von Frauen im ultraorthodoxen Milieu werden
Israels Ultra-Orthodoxe und Säkulare streiten um „züchtiges“ Zusammenleben. Nun soll ein Gericht entscheiden, ob sich Frauen im Flugzeug umsetzen müssen, wenn es streng gläubige Sitznachbarn fordern.

Von Gil Yaron|DIE WELT

Renee Rabinowitz wirkt nicht wie eine Amazone aus den Reihen säkularer, militanter israelischer Feministinnen. Ganz im Gegenteil: Die penibel gut gekleidete, 81 Jahre alte Großmutter aus Jerusalem hegt nichts als Respekt fürs Judentum und Rabbiner. Schließlich waren ihre beiden Ehemänner ordiniert, sie wuchs selbst in einem religiösen Haushalt auf und hält sich bis heute an die Regeln des Sabbats.

Doch ein Zwischenfall an Bord einer Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al könnte die ehemalige Rechtsanwältin und Psychologin in eine Ikone des lodernden Kulturkampfes zwischen säkularen und ultraorthodoxen Israelis verwandeln. Nachdem ein Steward Rabinowitz auf einem Flug von den USA nach Israel darum bat, einen anderen Platz einzunehmen weil ein ultraorthodoxer Passagier nicht neben einer Frau sitzen wollte, soll diese Flugerfahrung ein Musterfall werden um die Diskriminierung von Frauen im ultraorthodoxen Milieu vor Gericht zu bekämpfen.

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